Sigmar Gabriel,China,Bedingungen

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat bei einem Besuch in China gleiche Bedingungen für deutsche Unternehmen auf dem chinesischen Markt verlangt. - Bild: BMWi

Wir sind ein Land, in dem chinesische Investoren sehr viel investieren aber wir wollen eben auch, dass hier deutsche Automobilindustrie, Chemie, Maschinenbau, Elektrotechnik - all die Firmen die hier sind, auch gute Bedingungen haben", sagte Gabriel in Peking. Sie dürften zum Beispiel nicht bei öffentlichen Aufträgen schlechter behandelt werden als chinesische Unternehmen, legte der SPD-Chef nach.

Die Stimmung zwischen Deutschland und dem Reich der Mitte hat sich wegen der nicht genehmigten Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren merklich verschlechtert. Ähnlich wie beim anvisierten Komplettverkauf der Osram-Lampensparte an Fujian Grand Chip prüft das Wirtschaftsministerium nun intensiver. Gerüchten zufolge habe amerikanischer Druck dafür gesorgt, den Aixtron-Deal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Vizekanzler drängt auf Waffengleichheit für die heimische Industrie, die für Geschäfte in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde fast immer einen chinesischen Partner benötigt. Die Kommunistische Führung definiert außerdem weitaus stärker als die Bundesrepublik strategische Bereiche der Wirtschaft, die für ausländische Investoren gesperrt sind.

Ein Sprecher des chinesischen Wirtschaftsministeriums warnte am Mittwoch, dass der Fall Aixtron die wirtschaftlichen Beziehungen verschlechtern könnte. "Wir hoffen, dass Deutschlands Entscheidung, das Übernahmeangebot erneut zu bewerten, ein Einzelfall bleibt und keinen Schwenk in der Wirtschaftspolitik darstellt", sagte Shen Danyang.

Denn dieser Schritt stehe diametral gegen die Entwicklung gesunder Beziehungen. Shen bezeichnete die Sorgen in Deutschland vor dem Ausverkauf von Spitzentechnologie als unnötig. "Wir hoffen, dass die in Deutschland daran beteiligten Parteien die Dinge rational bewerten und mit Unternehmen und ihren unternehmerischen Interessen objektiv umgehen", ergänzte Shen.

Während Deutschland für China der wichtige Handelspartner in Europa ist, steht China bei den deutschen Exportpartnern auf Rang 5. Wirtschaftsminister Gabriel ist noch bis Samstag in China. Nach seinem Stopp in Peking reist er im Laufe des Tages weiter zur Westmesse nach Chengdu. Zum Abschluss wird er die Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft mit über 1.000 Teilnehmern in Hongkong leiten.