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Dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan scheint nichts mehr im Wege zu stehen. - Bild: Pixabay

Am Donnerstag kam Japans Ministerpräsident Shinzo Abe in Brüssel mit den Spitzen der EU-Institutionen zusammen. Beide Seiten wollen unmittelbar vor dem G20-Treffen in Hamburg ein starkes Signal an US-Präsident Donald Trump senden und eine Grundsatzeinigung über den Pakt unterzeichnen. Trump setzt statt Freihandel stärker auf die Abschirmung des US-Marktes. Er stieß den engen Verbündeten Japan vor dem Kopf, indem er sein Land aus den Verhandlungen über das transpazifischen Freihandelsabkommen TPP zurückzog.

Japan und die EU verhandelten zuletzt noch über die Zölle für Käse und Autos. Das Inselreich wird seine Schutzzölle für Käse über die nächsten 15 Jahre abschaffen, während die Europäer ihre Zölle für Autos über 7 Jahre auslaufen lassen. Die Japaner werden außerdem ihren Markt für die öffentliche Beschaffung öffnen, wenn das Abkommen unter Dach und Fach ist.

Jefta als wichtiges Signal

Die große Koalition in Berlin hat nach der Einigung zwischen der Europäischen Union (EU) und Japan auf ein Freihandelsabkommen die Bedeutung der Vereinbarung mit Blick auf Differenzen bei den 20 führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) betont.

"Die heute erzielte Grundsatzeinigung zwischen der EU und Japan ist vor dem G20-Gipfel ein wichtiges Signal für freien Handel und gegen Protektionismus", erklärte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries. Die Einigung zeige, dass Handelsabkommen für offene Märkte im wechselseitigen Interesse abgeschlossen werden könnten. "Die Globalisierung braucht Regeln, Handelsabkommen tragen dazu bei."

"Ziel muss ein faires und ausgewogenes Abkommen sein, von dem beide Seiten gleichermaßen profitieren." - VDA-Präsident Matthias Wissmann

Auch der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, äußerte sich grundsätzlich positiv zum Thema Jafta: "Das Abkommen der EU mit Japan ist ein gutes und wichtiges Zeichen für Freihandel und gegen Abschottung. Ziel muss ein faires und ausgewogenes Abkommen sein, von dem beide Seiten gleichermaßen profitieren. Das gilt insbesondere für den Automobilsektor. Um die Wettbewerbsposition der europäischen Automobilunternehmen nicht zu schwächen, sollte die EU hierauf ein besonderes Augenmerk legen."

Allerdings hat der Verbandschef auch ein paar Sorgen: "Das Abkommen der EU mit Japan ist ein gutes und wichtiges Zeichen für Freihandel und gegen Abschottung. Ziel muss ein faires und ausgewogenes Abkommen sein, von dem beide Seiten gleichermaßen profitieren. Das gilt insbesondere für den Automobilsektor. Um die Wettbewerbsposition der europäischen Automobilunternehmen nicht zu schwächen, sollte die EU hierauf ein besonderes Augenmerk legen."

Mit Material des VDA