Das Weiße Haus hat die EU bis zum 1. Mai von den von US-Präsident Trump verhängten Strafzöllen auf Stahl- und Aluimporte ausgenommen.

Das Weiße Haus hat die EU bis zum 1. Mai von den von US-Präsident Trump verhängten Strafzöllen auf Stahl- und Aluimporte ausgenommen. - Bild: Pixabay

China kündigte als Reaktion auf die Strafzölle seinerseits Handelsstrafen gegen Washington an. Japan, das sich wie China ebenfalls nicht auf der Liste mit den Ausnahmen wiederfand, bedauerte die von seiner Schutzmacht verhängten Einfuhrzölle, will sich aber weiter für eine Ausnahme stark machen.

Zuvor hatte der Handelsbeauftragte Trumps, Robert Lighthizer, vor einem Ausschuss des US-Senats erklärt, dass die Zölle für die EU-Länder und einige weitere Nationen zunächst nicht gelten sollen. Wie das Weiße Haus weiter mitteilte, solle nun weiter verhandelt werden. Es müssten langfristige Alternativen entwickelt werden, die der nationalen Sicherheit der USA gerecht würden. Trump werde am 1. Mai weitere Entscheidungen treffen. Die USA würden mit der EU in Namen aller ihrer Mitgliedsländer verhandeln. 

China plant derweil als Reaktion auf US-Pläne, Zölle im Umfang von 3 Milliarden Dollar gegen Washington einzuführen, wie das Pekinger Handelsministerium am Freitag mitteilte. Auf US-Schweinefleisch könnte demnach ein Einfuhrzoll in Höhe von 25 Prozent erhoben werden. Für Stahlrohre, Früchte und Wein wurden Zölle in Höhe von 15 Prozent ins Spiel gebracht. Insgesamt habe China eine Liste von 128 US-Produkten erstellt, auf die Zölle erhoben werden könnten. Das Handelsministerium rief die USA dazu auf, den Konflikt noch durch Gespräche zu lösen, um "einen Schaden für die gegenseitigen Beziehungen zu verhindern". 

  • Niederlande im Maschinenbau

    Platz 10: 27 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015, 27 Milliarden Euro im Jahr 2016. Der stagnierende Umsatz im Maschinenbau verschafft den Niederlanden im Ranking den zehnten Platz. - Quelle: Statista / Bild: Pixabay

  • Vereinigtes Königreich im Maschinenbau

    Platz 9: Der Umsatz des Vereinigten Königreichs ist von 42 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 auf 38 Milliarden Euro im Jahr 2016 gesunken. Dies reicht für Platz 8. - Quelle: Statista / Bild: Pixabay

  • Indien im Maschinenbau

    Platz 8: Indien konnte seinen Umsatz im Bereich Maschinenbau von 2015 mit 39 Milliarden Euro um 2 Milliarden Euro leicht steigern. - Quelle: Statista / Bild: Pixabay

  • Frankreich im Maschinenbau

    Platz 7: Frankreichs Umsatz im Bereich des Maschinenbaus ist in 2016 um eine Milliarde Euro leicht auf 48 Milliarden Euro gesunken. - Quelle: Statista / Bild: Pixabay

  • Südkorea im Maschinenbau

    Platz 6: Einen Umsatzrückgang von 5 Milliarden Euro erfuhr Südkorea. Von 80 Milliarden Euro in 2015 sank der Umsatz im darauffolgenden Jahr auf 75 Milliarden Euro. - Quelle: Statista / Bild: Pixabay

  • Italien im Maschinenbau

    Platz 5: Italiens Umsatz veränderte sich in den beiden analysierten Jahren nicht und blieb stetig bei 116 Milliarden Euro. - Quelle: Statista / Bild: Pixabay

  • Japan im Maschinenbau

    Platz 4: Ein Umsatzplus von 24 Milliarden Euro konnte der japanische Maschinenbau erwirtschaften. Damit erreichte der Gesamtumsatz in 2016 im Bereich Maschinenbau 238 Milliarden Euro. - Quelle: Statista / Bild: Pixabay

  • Deutschland im Maschinenbau

    Platz 3: Deutschland konnte seinen Umsatz von 260 Milliarden Euro auf 262 Milliarden Euro leicht steigern. - Quelle: Statista / Bild: Germany_EU/Wikimedia/CC-Lizenz

  • USA im Maschinenbau

    Platz 2: Zweiter auf dem Treppchen ist die USA mit 335 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2016, im Vergleich zu 351 Milliarden Umsatz im Jahr 2015. - Quelle: Statista / Bild: Lokal_Profil/Wikimedia/CC-Lizenz

  • China im Maschinenbau

    Platz 1: Fast drei Mal so hoch wie der Umsatz der USA ist der Chinas. Mit 964 Milliarden Umsatz knackt China zwar noch nicht ganz die vierstellige Marke, doch damit siegt chinas Maschinenbau deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz des Landes um 19 Milliarden Euro gesunken. - Quelle: Statista / Bild: Penyulap/Wikimedia/CC-Lizenz

In einer separaten Mitteilung ergänzte das Ministerium später: "Unter keinen Umständen wird China sich zurücklehnen. Wir sind bereit, unsere legitimen Interessen zu verteidigen."

Der japanische Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Seko, sagte, die Situation sei "extrem bedauerlich". Als Washingtons Verbündeter beeinträchtige Japan mit seinen Exporten an Stahl und Aluminium die nationale Sicherheit der USA in keiner Weise, sagte ein japanischer Regierungssprecher.

Zuvor hatten die USA angekündigt, ihren Rivalen China mit milliardenschweren Strafzöllen belegen zu wollen. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Donnerstag ein entsprechendes Dekret und begründete dies mit unfairen Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums durch China. Das Paket werde Zölle und andere Maßnahmen im Volumen von etwa 60 Milliarden US-Dollar enthalten, sagte Trump.

Trumps Handelsbeauftragter Robert Lightizer soll die Zölle binnen 60 Tagen ausarbeiten. Er soll auch eine umfangreiche Liste mit allen betroffenen Produkten vorlegen. Laut Berichten von US-Medien soll vor allem der chinesische Telekom- und Technologiesektor ins Visier genommen werden. 

Trump: Verhandeln mit China

Trump sagte, man sei mit China in Verhandlungen. Das Handelsdefizit mit China werde sich durch die Maßnahmen sofort um 100 Milliarden US-Dollar reduzieren. Die Zeiten seien vorbei, in denen China auf Kosten der USA wirtschafte. Der US-Präsident hatte zuvor bereits Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte angekündigt, von denen China anders als die EU nicht ausgenommen werden soll.

Schon am Donnerstag hatte die chinesische Botschaft in Washington deutlich auf die Ankündigung von Trump reagiert. "​Würde ein Handelskrieg von den USA initiiert, dann wird China bis zum Ende kämpfen, um seine eigenen legitimen Interessen mit allen notwendigen Maßnahmen zu verteidigen", teilte die Botschaft mit. Die US-Entscheidung werde "die internationale Handelsordnung und die Weltwirtschaftsstabilität gefährden."

Beobachter werteten den verhältnismäßig geringen Umfang der von Peking geplanten Strafen jedoch als Zeichen, dass es China nicht unmittelbar auf eine Eskalation des Konflikts ankommen lassen will. Bereits vor Wochen hatte Chinas Präsident Xi Jinping seinen wichtigsten Wirtschaftsberater Liu He zu Verhandlung nach Washington geschickt, der aber im Weißen Haus kein Gehör fand.

Video: Keine Strafzölle gegen EU

Als Reaktion auf die wirtschaftliche Abschottung der USA unter Donald Trump hatte sich Chinas Führung zuletzt immer wieder als Vorkämpfer für den Freihandel inszeniert - und betont, dass es einen Handelskrieg verhindern will. 

Derzeit gelten in China im Durchschnitt deutlich höhere Zölle als in Europa und den USA, wo die Handelsschranken bislang im Vergleich noch am niedrigsten sind. Auch machen ausländische Unternehmen immer wieder ihrem Ärger über den unfairen Wettbewerb in der Volksrepublik Luft.

Große Erleichterung

Die deutsche Wirtschaft begrüßte die US-Entscheidung für die EU. "Das ist eine gute Nachricht für den transatlantischen Handel: Sowohl für den Wirtschaftsstandort Deutschland als auch für die USA" sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Strafzölle hätten der deutschen Wirtschaft erhebliche Absatzeinbußen beschert und keinem einzigen Unternehmen geholfen, weder diesseits noch jenseits des Atlantiks.

"Uns fällt ein großer Stein vom Herzen", sagte auch der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann. Das Ausnehmen der EU von den "unsinnigen" US-Strafzöllen sei ein Sieg der Vernunft, zumindest vorläufig.

Trump hatte vor zwei Wochen umfassende Einfuhrzölle auf Stahl von 25 Prozent und auf Aluminium von 10 Prozent verhängt. Der US-Präsident und sein Handelsminister Wilbur Ross hatten für die Strafzölle die nationale Sicherheit angeführt - für Europa ein Scheinargument. Es gehe vielmehr um die Auslastung der US-Stahlwerke.

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