Öl Shell

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat vor weiter fallenden Ölpreisen gewarnt, sollte der Iran seine Förderhähne im Zuge einer allgemeinen Produktionsausweitung der OPEC weiter aufdrehen. - Bild: Shell

Vor wenigen Wochen waren die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben worden, während sich die Opec-Mitglieder nicht auf eine Drosselung der Ölförderung einigen können.

"Es ist schwer vorstellbar, wie die Ölpreise auf kurze Sicht signifikant steigen könnten", erklärte die IEA in ihrem Monatsbericht. "Unter diesen Umständen haben sich die kurzfristigen Risiken für einen Preisrückgang erhöht."

Der tägliche Opec-Ausstoß hat sich nach IEA-Angaben im Januar um 280.000 Barrel auf 32,63 Millionen Barrel erhöht. Der Anstieg kam nicht zuletzt aus dem von den Sanktionen befreiten Iran, der seine Förderung um 80.000 Barrel auf 2,99 Millionen steigerte.

Saudi-Arabien schraubte seine Förderung ebenfalls um 70.000 Barrel auf 10,21 Millionen in die Höhe. Unterdessen schaffte der Irak mit einer Steigerung um 50.000 Barrel auf 4,35 Millionen einen Förderrekord.

"Die anhaltenden Spekulationen über einen Deal zwischen der Opec und Nicht-Opec-Mitgliedern über eine Förderdrosselung scheinen nur eines zu sein - nämlich eine Spekulation", meinte die IEA.

Einen Beitrag zur globalen Überversorgung leisteten auch die kommerziellen Ölvorräte, die im Dezember um 7,6 Millionen auf 3.012 Millionen Barrel zulegten. Im Januar dürften sie weiter gestiegen sein, fügte die IEA hinzu.

Indessen ist das globale Angebot im Januar leicht um 0,2 Millionen auf 96,5 Millionen Barrel zurückgegangen, weil der höhere Opec-Ausstoß den Rückgang bei den Nicht-Opec-Mitgliedern nur teilweise ausglich. In den Ölländern außerhalb der Opec ist die Förderung demnach um 0,5 Millionen Barrel gesunken. Insbesondere in Nordamerika zwangen die niedrigen Preise einige Firmen, ihre Bohrlöcher zu schließen.