Konjunktur

"Die Konjunktur in Deutschland hält trotz eines unruhigen weltwirtschaftlichen Umfelds Kurs", erklärten die Kieler Ökonomen. - Bild: Fotolia

"Die Konjunktur in Deutschland hält trotz eines unruhigen weltwirtschaftlichen Umfelds Kurs", erklärten die Kieler Ökonomen.

Für das laufende und das kommende Jahr rechnen sie unverändert mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 und 2,1 Prozent. Im Jahr 2017 dürfte sich das Expansionstempo dann aber nach ihrer Erwartung "nicht zuletzt aufgrund der anhaltend anregenden monetären Rahmenbedingungen und der günstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt" sogar noch einmal leicht auf 2,3 Prozent beschleunigen. "Damit wird der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts das Potenzialwachstum spürbar übersteigen, so dass sich Deutschland auf dem Weg in die Hochkonjunktur befindet."

Starke Exportzahlen

Die Exporte werden nach der Kieler Prognose trotz des schwierigen internationalen Umfelds kräftig expandieren, auch die Weltwirtschaft werde im kommenden Jahr wieder etwas an Schwung gewinnen. Das IfW erwartet dieses Jahr eine Zunahme der Ausfuhren um 6,6 Prozent, nächstes Jahr um 6,8 und 2017 um 6,4 Prozent. Die Einfuhren sollen nach einem Plus von 6,6 Prozent dieses Jahr um 8,1 Prozent im nächsten und 7,6 Prozent im übernächsten Jahr zunehmen.

Hohe Zuwachsraten dürfte weiter der private Konsum verzeichnen, da die Einkommen der privaten Haushalte sich wohl weiter spürbar erhöhen. Die Ökonomen rechnen hier mit Zuwächsen von 2,0 Prozent in diesem, 2,3 Prozent im nächsten und 2,2 Prozent im übernächsten Jahr.

Investitionsaufschwung für Bauvorhaben

Aufgrund zusehends angespannter Produktionskapazitäten und eines günstigen Umfelds für Bauvorhaben dürfte der Investitionsaufschwung "mehr und mehr Tritt fassen". Die Ökonomen sehen bei den Anlageinvestitionen Zuwächse um 4,0 Prozent im Jahr 2016 und 3,8 Prozent 2017 nach einem Plus von 2,8 Prozent im laufenden Jahr. Mit der hohen konjunkturellen Dynamik werden nach der Prognose des IfW auch die Verbraucherpreise nach dem Auslaufen der dämpfenden Effekte des Ölpreisverfalls rasch wieder anziehen.

Die Kieler Ökonomen warnten allerdings auch vor zunehmenden Gefahren, auch durch die gute Verfassung der deutschen Wirtschaft. Die außenwirtschaftlichen Risiken hätten sich zuletzt regional verschoben und lägen derzeit vor allem in einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft. Die binnenwirtschaftlichen Risiken dürften sich zusehends erhöhen, "da auf dem Weg in die Hochkonjunktur die Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass es zu Übertreibungen kommt und sich das Rückschlagpotenzial für die deutsche Wirtschaft erhöht".

Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 2007 bis 2014 und Prognose bis 2016 (preis-, saison- und kalenderbereinigt, gegenüber Vorjahr)

 

BIP Deutschland Prognose bis 2016
Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts in Deutschland von 2007 bis 2014 und Prognose bis 2016 (preis-, saison- und kalenderbereinigt, gegenüber Vorjahr). - Quelle: Statista