Brexit

Sollten die Briten die EU verlassen, warnt das IfW vor dunklen Zeiten für die Wirtschaft auf der Insel. - Bild: Pixabay/Comfreak

"Die wirtschaftlichen Folgen eines Brexits wären für Großbritannien beträchtlich," erklärten die Kieler Wirtschaftsforscher. Kurzfristig würde nach ihrer Erwartung vor allem eine Unsicherheit über die genauen Austrittsmodalitäten die Wirtschaft belasten - und dies würde auch auf den übrigen Euroraum und Deutschland ausstrahlen.

Die Zuwachsrate des britischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) würde laut IfW nach aktuellen Schätzungen im Falle eines Brexits um etwa 1 Prozent im Jahr 2017 und knapp 2,5 Prozent im Jahr 2018 zurückgehen. Langfristig fiele das BIP um 5 bis 8 Prozent geringer aus als bei einem Verbleib in der EU. Die Investitionen würden sogar um bis zu 17 Prozent zurückgehen.

"Im Moment gibt es keine klaren Mehrheiten für oder gegen den Brexit, so dass schon ein lapidares Ereignis kurz vor der Abstimmung den Ausschlag geben kann," erklärte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths, "etwa ein gelungener oder misslungener Auftritt bei einer Fernsehdebatte oder gar das Abschneiden der englischen Nationalmannschaft bei der Fußballeuropameisterschaft".

Das deutsche BIP könnte nach der Kieler Analyse bei einem Brexit durch mehr Unsicherheit und weniger britische Nachfrage in den nächsten beiden Jahren um etwa ein Prozent gemindert werden, und gleiches gelte für die EU als Ganzes. Die größte Gefahr bestehe aber in einem Übergreifen von Austrittsüberlegungen auf andere EU-Länder.

"Sollte das Auseinanderbrechen der Union zu einer realistischen Möglichkeit werden, stellt dies ein erhebliches zusätzliches Abwärtsrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung der EU in den kommenden Jahren dar," sagte Kooths.