Bundesminister Gabriel bei seiner Eröffnungsrede zum 8. Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung. -

Bundesminister Gabriel bei seiner Eröffnungsrede zum 8. Nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung. - Bild: BMWi

Industrie 4.0 wird künftig nicht mehr von den drei Verbänden VDMA, ZVEI und BITKOM getragen, die die Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik und -industrie und IT vertreten, sondern in den nationalen IT-Gipfel des Bundeswirtschaftsministeriums eingegliedert und damit breiter aufgestellt (vgl. Produktion Ausgabe Nr. 10, S. 19 und Industrie 4.0 – von wegen tot!).

Im Gegensatz zu anderen Projekten des IT-Gipfels wird die Plattform Industrie 4.0 jedoch keine Doppelspitze bekommen: Angesichts der Breite der Thematik und der politischen Brisanz des Themas ist offenbar eine 5er-Spitze angedacht, die noch durch einen Vertreter der Gewerkschaft ergänzt wird.

5er-Spitze soll es richten

Wie die Fachzeitung Produktion aus informierten Kreisen erfahren hat, werden von Politikseite sowohl Bundswirtschaftsminister Sigmar Gabriel als auch Bildungsministerin Johanna Wanka der Plattform vorstehen, gemeinsam mit drei führenden Köpfen der Wirtschaft aus den Branchen Automatisierung, Maschinenbau und IT. Genauer gesagt werden das offenbar Professor Siegfried Russwurm von Siemens, Dr. Eberhard Veit von Festo sowie Bernd Leukert von SAP sein.

Die drei Verbände, die bisher die Plattform getragen haben, werden dennoch auch weiterhin die Interessen ihrer Mitglieder vertreten. Möglich wird dies über die so genannten Lenkungs- und Strategiekreise, die sich mit Fragen der strategischen Ausrichtung sowie der technischen und praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 auseinandersetzen.

Gemeinsam an der Zukunft arbeiten

Bundesministerin Johanna Wanka sagte: “Ich finde es gut und wichtig, dass jetzt die Akteure, die zum Gelingen von Industrie 4.0 entscheidend sind, gemeinsam an der Zukunft der deutschen Wirtschaft arbeiten. Als fortschrittliche Industrienation müssen wir den Anspruch haben, die digitale Revolution zu gestalten. Ich bin mir sicher, dass unsere Initiative international wahrgenommen wird: Deutschland bewegt sich, Made in Germany wird noch leistungsfähiger.”

Für die Umsetzung von Industrie 4.0 in Deutschland ist laut Wanka wichtig, dass gerade mittelständische Unternehmen stärker in die Lage versetzt werden, die Chancen von Industrie 4.0 zu nutzen. “Dafür müssen wir die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Informationstechnik verbessern und haben gerade die Forschung in diesem Bereich verstärkt”, so Wanka.

Akteure ziehen an einem Strang

Bundesminister Sigmar Gabriel ergänzte: “Der Startschuss der Plattform Industrie 4.0 zeigt, dass alle relevanten Akteure aus Industrie, Wissenschaft, Gewerkschaft und Politik bei dem für unseren Wirtschaftsstandort so wichtigen Thema Industrie 4.0 an einem Strang ziehen. Mit der Neuausrichtung der Plattform wollen wir schnell zu ersten Ergebnissen kommen, damit diese in konkreten Anwendungsbeispielen von den Unternehmen getestet und anschließend in Geschäftsmodellen umgesetzt werden können. Unser Ziel ist es, Industrie 4.0 zu einer Erfolgsgeschichte für Deutschland zu machen und unser Land als Leitanbieter für cyber-physische Produktionssysteme zu etablieren. Als Fabrikausrüster der Welt bietet unsere Wirtschaft dafür sehr gute Voraussetzungen.”

Karoline Kopp