Ulrich Grillo

Ulrich Grillo: "Die verantwortungsvollen Parteien müssen die Ergebnisse als Weckruf verstehen." - Bild: BDI

"Die verantwortungsvollen Parteien müssen die Ergebnisse als Weckruf verstehen", meinte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo.

Es sei wichtiger denn je, genau zu erklären, wie die Integration der Flüchtlinge gelingen kann, so Grillo.

Hingegen forderte Mittelstands-Präsident Mario Ohoven von der Kanzlerin eine Kursänderung. "Die Wähler der AfD haben in erster Linie Berlin einen Denkzettel verpasst", sagte der Chef des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) zu Dow Jones Newswires. "Ändert Frau Merkel ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik nicht, wird die AfD auf der Erfolgsstraße bleiben." Gleichzeitig gerate Deutschland in Europa weiter in die Isolation, warnte Ohoven.

Unterschiedlich sehen beide Wirtschaftsvertreter, ob die Landtagswahlen negative Konsequenzen für Wachstum und Investitionen haben werden. Ein nachhaltiger Schaden für die deutsche Wirtschaft sei durch das Ergebnis der Landtagswahlen nicht zu befürchten, ist sich Ohoven sicher. "Internationale Investoren denken langfristig und über Regionalwahlen hinaus."

BDI-Chef Grillo gibt sich bei dieser Frage skeptischer: "Es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass der teilweise hohe Zuspruch für rückwärtsgewandte Parteien wie AfD oder Linke Investoren abschreckt. Da muss man sich in Sachsen-Anhalt schon Sorgen machen."