Ukraine Kreditvergabe

Durch die Änderung der IWF-Regeln können Kredite nun an Länder mit staatlichen Zahlungsrückständen vergeben werden. - Bild: Fotolia.com - bluedesign

Zugleich will IWF mit dieser Maßnahme Russlands wirtschaftliches Gewicht gegenüber dem ehemaligen Sowjetstaat schwächen.

Bislang durfte der IWF Ländern keine Kredite gewähren, die mit ihren Schulden bei anderen Staaten im Zahlungsrückstand waren. Diese Politik hätte aber dazu geführt, dass der Währungsfonds der Ukraine keine Hilfsgelder mehr zahlen dürfte, wenn Kiew seine drei Milliarden US-Dollar Schulden beim Kreml bis Jahresende nicht zurückzahlen kann.

Russland hat den Vorschlag der Ukraine abgelehnt, die drei Milliarden-Dollar-Anleihe zu restrukturieren. Kiew hat derweil erklärt, Moskau nicht alles zurückzahlen zu können und das russische Gegenangebot, den gesamten Betrag über einen längeren Zeitraum zurückzuzahlen, abgelehnt. Die Sackgasse, in die die beiden Staaten damit geraten waren, gefährdete das 17 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket des IWF und andere Beihilfen des Westens zur Finanzierung des Fonds, unter anderem aus den USA und Europa.

Durch die Änderung der IWF-Regeln können Kredite nun aber auch an Länder mit staatlichen Zahlungsrückständen vergeben werden.

Der Währungsfonds hat bereits seit Jahren eine Revision seiner Kreditpolitik erwogen. Der Schritt zielt also nicht exklusiv auf die Ukraine ab. Sicher aber wurde das Vorhaben durch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine beschleunigt, denn die unübersichtlichen bürokratischen und politischen Mühlen mahlen eigentlich sehr langsam.