Airbus-Chef Tom Enders spart nicht mit Kritik an der Brexit-Politik der britischen Regierung.

Airbus-Chef Tom Enders spart nicht mit Kritik an der Brexit-Politik der britischen Regierung. - Bild: Airbus

Für den europäischen Flugzeugbauer mit vielen Standorten in Großbritannien sei dies eine unangenehme Lage. Der Hersteller hatte schon früher vor schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt und versucht sich auf den schlimmsten Fall vorzubereiten.

"Wir bluffen nicht", betonte der Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte, Guillaume Faury, mit Blick auf britische Zweifel an den Warnungen des Konzerns. "Das Worst-Case-Szenario, der harte Brexit ohne Vereinbarung, würde bedeuten, dass wir keine Teile über die Grenze bekommen", stellte Faury klar. Bis zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union Ende März 2019 seien es nicht einmal mehr neun Monate.

Um für den Fall harter und langwieriger Grenzkontrollen bei einem ungeregelten Brexit gerüstet zu sein, will sich Airbus deutlich mehr Teile auf Lager legen. Das wird laut Faury aber schwierig. "Unsere Zulieferer müssen ab jetzt 35 Prozent mehr produzieren als normal, damit wir Teile für drei Monate Produktion bekommen. Allerdings seien die Zulieferer bereits an den Grenzen ihrer Möglichkeiten, weil Airbus seine Flugzeugproduktion schon länger hochfährt und schon deshalb immer mehr Teile von den Zulieferern braucht.

Airbus hat seinen Hauptsitz im französischen Toulouse und beschäftigt in Großbritannien 14 000 Mitarbeiter an 25 Standorten, an seiner britischen Zuliefererkette hängen rund 110 000 Jobs. In den britischen Werken Filton und Broughton werden alle Flügel der Airbus-Verkehrsflugzeuge entworfen und hergestellt.

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