IG Metall

Der Tarifstreit in der Metallbranche ist beendet. - Bild: Frank Vincentz/Wikipedia

Das Ergebnis sieht eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro für die Monate April bis Juni 2016 vor. Ab 1. Juli werden die Entgelte in einer ersten Stufe um 2,8 Prozent erhöht. Die zweite Stufe folgt ab 1. April 2017 mit einer Erhöhung um 2 Prozent.

Insgesamt bedeutet dies eine tabellenwirksame Entgeltsteigerung von 4,8 Prozent bis zum Ende der Laufzeit. Für die Einmalzahlung und die zweite Stufe der Entgelterhöhung wurde eine Differenzierungsklausel vereinbart, die es den Tarifvertragsparteien erlaubt, für verbandsgebundene Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Verschiebung der Entgelterhöhung vorzunehmen. Die Laufzeit beträgt insgesamt 21 Monate.

Gesamtmetall-Präsident Dr. Rainer Dulger begrüßt den Tarifabschluss: "Wir haben heute eine gute Lösung gefunden – für die Unternehmen, für die Beschäftigten und nicht zuletzt auch für den Standort und die Tarifbindung.Ich bin erleichtert und froh, dass wir nach harten Verhandlungen ein Ergebnis erzielen konnten“, so Dulger.

Der Abschluss sei ein solider Dreiklang aus akzeptabler Lohnerhöhung, betrieblicher Flexibilität und langer Laufzeit. Damit habe man erreicht, dass die Belastung der Unternehmen deutlich unter den Vorjahren liegt, dass die Laufzeit deutlich länger ist und dass den Unternehmen die Möglichkeit gegeben wird, Teile des Abschlusses zu differenzieren.

"Die Erhöhungen von 2,8 Prozent in 2016 und 2,0 Prozent für 2017 sind für die Unternehmen gerade noch tragbar, auch weil für uns elementar wichtige Abweichungen nach unten durch Differenzierung für einzelne Unternehmen in Schwierigkeiten möglich sind. So kann im Einzelfall die jährliche Kostenbelastung über die Laufzeit im Volumen von über 10 Prozent gesenkt werden. Parallel dazu bringt die lange Laufzeit von 20 Monaten den Unternehmen Ruhe und verlässliche Rahmenbedingungen“, erklärt Dulger.

Die IG Metall hat den Tarifabschluss in Nordrhein-Westfalen als für beide Seiten guten Kompromiss bezeichnet. "Das ist ein Abschluss mit Pilotcharakter. Die Beschäftigten bekommen eine deutliche Erhöhung ihrer Realeinkommen und damit einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg", sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Freitag in Köln.

Der Tarifabschluss sei ein Beitrag zu mehr Gerechtigkeit. Damit "setzt die IG Metall ihren Kurs der verlässlichen Tarifpolitik fort", sagte Hofmann. "Er stärkt die Nachfrage des privaten Konsums. Zugleich ist dies ein Abschluss, der die Innovationskraft der Unternehmen erhält. Kein Betrieb wird überfordert", betonte der IG Metall-Vorsitzende.

Die Metall- und Elektroindustrie sei damit gut für die Zukunft gerüstet, um die Chancen wie Industrie 4.0 zu nutzen, neue Geschäftsmodelle oder die Dekarbonisierung im Antrieb zu entwickeln. "Dazu bedarf es engagierter Beschäftigter und die müssen fair bezahlt werden. Und wir brauchen Unternehmer und keine Rechenschieber - auch dafür steht dieser Tarifabschluss", sagte Hofmann.

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