Theresa May, Großbritannien, Premierministerin

Die britische Premierministerin Theresa May will einen "harten Brexit". - Bild: UK Home Office

Sie wolle nicht, dass Großbritannien weiter Teil der gemeinsamen EU-Handelspolitik bleibe, sagte die britische Premierministerin Theresa May am Dienstag in London. Ihr Land dürfe nicht durch gemeinsame Außenzölle mit der EU gebunden werden, weil dies sonst die Vereinbarung von Handelsabkommen mit anderen Ländern verhindere.

Großbritannien ist im Zuge seiner EU-Mitgliedschaft Teil der europäischen Zollunion. Durch sie sind jegliche Zölle zwischen den 28 Mitgliedstaaten beseitigt. Für alle Mitglieder der Zollunion gelten nach außen hin dieselben Zölle. Bliebe London in der Zollunion, würde dies deshalb den Abschluss von Freihandelsabkommen mit Ländern erschweren, die solche Vereinbarungen bereits mit der EU getroffen haben.

"Ich will eine Zollvereinbarung mit der EU", sagte May. Sie sei dabei in der Frage offen, wie dies erreicht werden könne. Ziel müsse es sein, "so viele Handelsbarrieren wie möglich zu beseitigen". Möglich sei dabei auch, dass Elemente der bisherigen Zollunion übernommen würden.

May hatte zuvor in ihrer Rede angekündigt, dass Großbritannien nach ihren Plänen im Zuge des Brexit auch aus dem EU-Binnenmarkt austreten müsse. Sie wolle nicht an Teilen der EU-Mitgliedschaft festhalten, die bedeuteten, dass Großbritannien "halb drinnen, halb draußen" sei.

Die Briten hatten im Juni für den Brexit gestimmt. May will bis Ende März offiziell den Austritt erklären. Dann beginnen auf zwei Jahre angelegte Verhandlungen über die Modalitäten des Ausscheidens aus der EU. So lange bleibt Großbritannien EU-Mitglied.