Angela Merkel

Merkel: "Deutschland hat ein wirtschaftlich solides Wachstum und wir suchen auch an vielen Stellen Auszubildende und Fachkräfte" - Bild: REGIERUNGonline/Denzel

"Wir haben glücklicherweise die wirtschaftlichen Voraussetzungen, um das schaffen zu können", sagte die CDU-Vorsitzende zum Auftakt des achten Integrationsgipfels im Kanzleramt.

Deutschland habe ein "wirtschaftlich solides Wachstum und wir suchen auch an vielen Stellen Auszubildende und Fachkräfte", sagte Merkel. Wenn Migranten die entsprechenden Fähigkeiten und Fertigkeiten aufweisen könnten, "können sie auch solche Möglichkeiten nutzen". Die Kanzlerin sprach sich zudem erneut dafür aus, Flüchtlingen einen schnellen Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewähren.

Die Chancen sehen

Merkel plädierte in diesem Zusammenhang dafür, nicht nur über die Lasten zu sprechen, die der Flüchtlingszustrom mit sich bringe. Man müsse durchaus "auch die Chancen sehen - realistisch, ohne etwas zu beschönigen - aber eben auch sehen".

In ihrer Eröffnungsrede machte Merkel insgesamt deutlich, dass sie weiter für eine offene Flüchtlingspolitik ohne Obergrenzen kämpfen will. "Wir sind ein starkes Land, wir sind eine wohlhabende Gesellschaft, und wir haben die Kraft zu helfen", betonte die CDU-Vorsitzende, die sich am Freitag als Gastrednerin aus dem CSU-Parteitag in München mit einer genau gegenteiligen Forderung der Schwesterpartei konfrontiert sieht: Die Christsozialen kommen in einem Leitantrag zu dem Schluss, dass Deutschland sein Soll in diesem Jahr bereits erfüllt habe und fordern für 2016 die Festlegung einer Obergrenze.

Merkel bekräftigte allerdings auch, dass diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen oder aus einem sicheren Land nach Deutschland kämen, "unser Land wieder verlassen". Das gebe dann den Raum und die Kraft "denen, die Schutz brauchen, auch wirklich Schutz zu gewähren".

Die Bevölkerung forderte Merkel auf, sich weiter zu bemühen. Wer eine Bleibeperspektive habe, müsse auch die Chance zur Integration bekommen, sagte sie. Das verlange viel Kraft "und sicherlich auch einen langen Atmen - und noch mehr Wissen über die Kulturen, die Sitten, die Gebräuche anderer Länder".