Angela Merkel

In der Diskussion um Firmenübernahmen und Chinas Status als Marktwirtschaft hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Peking an seine Verantwortung für die Weltwirtschaft erinnert. - Bild: Bundesregierung/Bergmann

China sei heute kein kleiner Produzent mehr, sondern stehe für erhebliche Teile der weltweiten Produktion, sagte die Kanzlerin bei ihrem Besuch des BMW-Werks in Shenyang am Dienstag.

"Das macht natürlich auch eine größere Verantwortung der chinesischen Volkswirtschaft für den gesamten Weltmarkt deutlich", unterstrich Merkel. Als Beispiel bezog sie sich explizit auf die Stahlindustrie. In Europa leiden die Hütten unter chinesischen Dumping-Angeboten, die Branche fürchtet eine Pleitewelle. Würde China der Status als Marktwirtschaft zuerkannt, wären Gegenmaßnahmen wie Schutzzölle schwieriger zu verhängen. Die EU-Staaten sind in der Frage gespalten, das EU-Parlament ist dagegen.

Übernahmewelle rollt weiter

Wegen der Übernahmewelle europäischer Unternehmen durch chinesische Konkurrenz hat das Thema zusätzliche Brisanz erhalten. In den Chefetagen hierzulande und im Bundeswirtschaftsministerium stört man sich, dass die Chinesen in der Europäischen Union ungehindert zukaufen dürfen, während andersherum der Weg zur Kontrolle von Firmen durch die Kommunistische Partei verbaut wird. Jüngster Aufreger ist der Kampf um den Augsburger Roboterhersteller Kuka.