Merkel erwartet von Indien offene Türen für die Wirtschaft 1

"Ich erwarte mir natürlich auch, dass Deutschland seinen Beitrag leisten kann für den wirtschaftlichen Aufbau Indiens", sagte Merkel am Montag in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Merkel war am Sonntagabend in Delhi gelandet und wurde am Montag vom indischen Premier Narendra Modi mit militärischen Ehren empfangen.

Von den Konsultationen solle das Signal ausgehen, dass beide Regierungen eng zusammenarbeiteten, sagte Merkel. Als Betätigungsfelder nannte die CDU-Vorsitzende die Bereiche Wirtschaft, Landwirtschaft, Innere Sicherheit, "genauso aber auch Fragen der Verteidigung und der finanziellen Beteiligung".

Außerdem sollten bei dem Treffen auch internationale Konferenzen vorbereitet werden, unter anderem die Klimakonferenz in Paris, wie Merkel erklärte.

Merkel wurde von einigen Ministern ihres Kabinetts sowie einer 20-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet, darunter Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen und Siemens-Chef Jo Kaeser. Bei einem Treffen deutscher und indischer Unternehmer wurde gegenseitig der Willen zur Zusammenarbeit bekundet.

Der Airbus-Vorstandsvorsitzende Thomas Enders sparte dabei nicht mit Anregungen. Sein Unternehmen habe vor 50 Jahren angefangen, Hubschrauber-Technologie nach Indien zu bringen, sagte Enders. Indien habe sich insgesamt zu einem sehr erfolgreichen Markt für Airbus entwickelt. "Aber es war nicht immer einfach", sagte Enders und rief die indische Seite dazu auf, weiter an bestehenden Hemmnissen zu arbeiten.

Für deutsche Firmen könnte der Start neuer Projekte in Indien bald deutlich leichter werden. Es wurde erwartet, dass Indien auf deutschen Wunsch der Einrichtung eines sogenannten Fast Track Procedure zustimmt. Deutsche Firmen sollen damit einen Ansprechpartner bekommen und von Bürokratie entlastet werden.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel nahm an den Konsultationen nicht teil. Der SPD-Vorsitzende zog zurück, nachdem unter anderem der indische Handelsminister seine Teilnahme an dem Regierungstreffen abgesagt hatte. Gabriel wurde von einem Staatssekretär vertreten.