Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt einen Schuldenschnitt für Griechenland ab. - Bild:

Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt einen Schuldenschnitt für Griechenland ab. - Bild: Bundesregierung/Bergmann

Das sagte die Kanzlerin am Donnerstag beim Staatsbesuch in Sarajewo. Die CDU-Chefin wies darauf hin, dass die Geldgeber Griechenland mit Zinsstundung und Laufzeitverlängerung für einen Teil der Hilfskredite schon entgegengekommen sind. “Wir beschäftigen uns nicht zum ersten Mal mit der Schuldentragfähigkeit”, ergänzte die Kanzlerin. Nach Berechnungen des Münchner info-Instituts summieren sich die gewährten Erleichterungen auf 43 Milliarden Euro.

Lagarde und Tusk drängen auf Zusammenstreichen des riesigen Schuldenbergs

Im Gegensatz dazu drängen die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, und EU-Ratspräsident Donald Tusk auf ein Zusammenstreichen des riesigen Schuldenbergs. Von Athen verlangte Verpflichtungen für Reformen sollten von den Gläubigern mit “einem ebenso realistischen Vorschlag bei der Schuldentragfähigkeit” begleitet werden, sagte Tusk in Luxemburg. Lagarde hält den Schritt für “notwendig”. Für Ministerpräsident Alexis Tsipras ist ein Schuldenschnitt eine zentrale Forderung. Sein Land steht mit 180 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Kreide. Ökonomen glauben nicht, dass Athen diese Kredite jemals wird zurückzahlen können.

Die Finanzminister und Regierungschefs der Eurozone warten unterdessen gespannt darauf, dass Griechenland die finale Reformliste einreicht. Die griechische Seite hat dazu bis 24 Uhr Zeit. Laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist sie noch nicht eingegangen. Bisher liegt nur ein allgemeiner Antrag der Griechen auf ein drittes Hilfsprogramm über drei Jahre vor.

Am Sonntag werden die Staats- und Regierungschefs des Währungsblocks entscheiden, ob Griechenland gegen harte Auflagen weitere Hilfe bekommt oder das Land die Eurozone verlassen muss.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke