Angela Merkel

Die deutsche Wirtschaft habe sich in der Flüchtlingskrise vom kleinen Unternehmen bis hin zum großen Unternehmen als ausgesprochen offen und tatkräftig gezeigt. - Bild: Bundesregierung/Bergmann

Auf der Handwerksmesse in München bedankte sich die CDU-Vorsitzende am Freitag ausdrücklich bei den Unternehmen für die "positive und konstruktive Haltung gegenüber den Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen". Die Wirtschaftsverbände BDA, BDI, ZDH und DIHK betonten in einer gemeinsamen Erklärung, die hohe Zahl der Flüchtlinge stelle Deutschland "vor gewaltige Herausforderungen".

Merkel wie auch die Verbände wiesen den Eindruck zurück, die Flüchtlingskrise sei die alleinige Bedrohung für die deutsche Volkswirtschaft. Merkel sagte, Flüchtlinge seien "bei weitem nicht das einzige wirtschaftliche Risiko". Risiken gebe es durch die Entwicklung der Weltwirtschaft auch im Exportbereich.

Große Bewährungsprobe kommt noch

Daneben gebe es "natürlich auch neue Herausforderungen durch die Flüchtlinge", sagte Merkel. "Es ist ja ganz klar, dass nicht alle Flüchtlinge vom ersten Tag an 100 Prozent erwerbsfähig sein werden und in einem Facharbeiterberuf arbeiten können."

Die deutsche Wirtschaft habe sich in der Flüchtlingskrise vom kleinen Unternehmen bis hin zum großen Unternehmen als ausgesprochen offen und tatkräftig gezeigt, lobte Merkel und mahnte: "Die große Bewährungsprobe wird hier noch kommen, weil ja gerade im letzten Jahr viele Menschen gekommen sind."

Merkel versprach der Wirtschaft in diesem Zusammenhang den Abbau bürokratischer Hemmnisse und die flexible Handhabung bestehender Regeln, um die Arbeitsaufnahme von Flüchtlingen zu erleichtern. Der Mindestlohn werde dabei nicht außer Kraft gesetzt, bekräftigte die Kanzlerin.

Flüchtlinge integrieren

Die Verbände betonten in ihrer gemeinsamen Erklärung, neben der hohen Flüchtlingszahl in Deutschland und Europa bedeuteten die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten sowie erhöhte Unsicherheiten auf wichtigen internationalen Absatzmärkten steigende Risiken für die deutsche Volkswirtschaft. Darüber könne auch die aktuelle wirtschaftliche Lage nicht hinwegtäuschen.

"Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive müssen in Gesellschaft und Arbeitsleben integriert werden", forderten die Verbände weiter. Noch bestehende Hürden, insbesondere beim Zugang zu Praktika, Ausbildung und Beschäftigung, müssten abgebaut werden. "Klar ist aber auch: Nur durch EU-weite solidarische Anstrengungen sind die Aufgaben zu meistern", schlossen sich die Verbände der politischen Marschrichtung Merkels an.