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Bundeskanzlerin Angela Merkel hält an TTIP fest. - Bild: Bundesregierung

Bei gutem politischen Willen lasse sich viel erreichen, ergänzte die CDU-Chefin.

Eigentlich wollten die Europäer mit der Regierung von US-Präsident Barack Obama die Grundsätze des Abkommens bis zu den Wahlen im November ausverhandeln. Doch bei fast allen Kapiteln liegen beide Seiten noch weit auseinander. Anders als Merkel hält Vizekanzler Sigmar Gabriel (CDU) TTIP deshalb für de facto gescheitert. Allerdings hofft er, nach der Wahl eines neuen US-Präsidenten an die Gespräche anknüpfen zu können.

"Wir sollten mit den Amerikanern einen Neustart nach den Präsidentschaftswahlen wagen", sagte der SPD-Vorsitzende beim Tag der Industrie in seiner Rede nach Merkel.

Einigkeit besteht zwischen der Kanzlerin und ihrem Stellvertreter hingegen beim Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada. Merkel gab sich zuversichtlich, Ceta auf EU-Ebene bald zu ratifizieren. Damit könnten Teile des Vertragswerkes vorläufig in Kraft treten. Danach müssen die Parlamente in den EU-Mitgliedstaaten zustimmen. Votiert nur eine Volksvertretung dagegen, wäre das gesamte Abkommen gescheitert.

"Das Abkommen mit Kanada ist ein großartiges Abkommen", lobte Gabriel den Vertrag. Es habe hohe Schutzstandards und sei damit die ideale Vorlage für den Neustart von TTIP. Ob allerdings die amerikanische Seite daran interessiert ist, steht derzeit in den Sternen. Sowohl Hillary Clinton als auch Donald Trump haben sich skeptisch bis ablehnend dazu geäußert.