Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte davor, dass sich Europa und Deutschland "ein echtes Eigentor" schießen würden, sollten die Verhandlungen platzen. - Bild: Bundesregierung/Bergmann

"Sie als Gewerkschaften haben eigentlich nie großen Einspruch eingelegt bei Handelsabkommen. Und jetzt, wo wir das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten verhandeln, ist da plötzlich eine totale Ablehnung", sagte die CDU-Vorsitzende am Mittwoch in Frankfurt.

Die IG Metall lehnt wie andere Gewerkschaften das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA ab. Ihnen sind der Schutz der Arbeitnehmer und die gewerkschaftliche Freiheit viel zu gering ausgeprägt.

Merkel warnte davor, dass sich Europa und Deutschland "ein echtes Eigentor" schießen würden, sollten die Verhandlungen platzen. Jetzt biete sich die Chance, dass die beiden größten Wirtschaftsräume der Welt gemeinsam Maßstäbe setzen könnten. Merkel kündigte an, das Abkommen auf jeden Fall weiter zu verhandeln, selbst wenn die Gewerkschaften in Opposition dazu blieben.

IIG Metall lehnt Freihandelsabkommen TTIP ab

TTIP Freihandelsabkommen
Die IG Metall lehnt wie andere Gewerkschaften das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA ab. - Bild: EU/Francois Lenoir

In ihrer Rede sicherte Merkel den Arbeitnehmervertretern zu, den Einsatz von Leiharbeitern und Werkverträge zu begrenzen. "Wir stehen auch da zu unserem Wort, das will ich ausdrücklich sagen". Im Koalitionsvertrag hatte sich die SPD in diesem Punkt gegen den wirtschaftsliberalen Flügel der Union behauptet. Die Unternehmen befürchten hingegen, neue Fesseln angelegt zu bekommen, die Arbeit teurer machen. Leiharbeiter verdienen in der Regel weniger als ihre festangestellten Kollegen.

Zuvor hatte der neue IG-Metall-Chef Jörg Hofmann die Kanzlerin an den Koalitionsvertrag erinnert. "Wir wollen nicht, dass unsere Betriebe zerfallen in zwei Welten", sagte Hofmann. Er stellte sich auch klar gegen die Vorschläge, für Flüchtlinge den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde außer Kraft zu setzen. "Nein, liebe Kolleginnen und Kollegen, so nicht. Das ist nicht unser Verständnis eines fairen Arbeitsmarktes", rief Hofmann den Gewerkschaftern zu.