Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt beim Euro-Gipfel in Brüssel eine Lösung für

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt beim Euro-Gipfel in Brüssel eine Lösung für Griechenland um jeden Preis ab: "Wir werden heute harte Gespräche haben und es wird auch keine Einigung um jeden Preis geben“." - Bild: Bundesregierung/Bergmann

“Wir werden heute harte Gespräche haben und es wird keine Einigung um jeden Preis geben”, sagte Merkel zum Auftakt des Sondergipfels der Staats- und Regierungschefs der Eurozone in Brüssel. Sie müssen in den nächsten Stunden den Beschluss fällen, ob Griechenland Teil der Eurozone bleibt oder zur Drachme zurückkehrt.

Von ihren Finanzministern haben die Chefs bisher noch keine Empfehlung erhalten, wie sie mit Griechenland umgehen sollen. “Das ist auch kein Wunder, denn die Lage ist extrem schwierig”, meinte Merkel. “Ich weiß, dass die Nerven angespannt sind.” Sie beklagte, dass die griechische Führung um Premier Alexis Tsipras in den letzten Monaten viel Vertrauen verspielt habe. Am Ende des Abends müssten dann die Vorteile die Nachteile überwiegen, um in Verhandlungen für ein drittes Hilfspaket einzusteigen. “Darum geht es: Um nicht mehr und nicht weniger. Ob es gelingt, das müssen wir sehen”, machte die Bundeskanzlerin deutlich

Nerven liegen blank

Wesentlich kompromissbereiter gab sich der französische Staatschef Francois Hollande. “Frankreich wird alles dafür tun, um heute Abend eine Einigung zu”, sagte Hollande. Es gehe darum “zu erfahren, ob Athen morgen noch in der Eurozone ist”. Der deutschen Idee für ein temporäres Euro-Aus für Griechenland über fünf Jahre erteilte Hollande eine klare Absage. “Es gibt keinen provisorischen Grexit: Es gibt einen Grexit oder keinen”, betonte der Präsident.

Viele Finanzminister hatten sich am Vormittag skeptisch gezeigt, ob ein Kompromiss rasch gefunden werden könne. Die Euro-Partner bestehen auf Zusicherungen, dass die versprochenen Reformen und Einsparungen im Sozialbereich unmittelbar angepackt werden.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke