Barack Obama, Hannover Messe, Europa,

Barack Obama spricht vor 500 Studenten der Leibniz Universität Hannover. Bild: Leibniz Universität Hannover, Fotograf: Christian Bierwagen

Im Mittelpunkt der Rede von US-Präsident Barack Obama vor Studenten der Leibniz Universität Hannover stand die Bedeutung eines friedlichen, geeinten und liberalen Europas für die Zukunft der Welt; ein Europa, das nicht auf Populisten hereinfallen dürfe. Bei allem Ärger über die zeitweilige Schwerfälligkeit von EU-Entscheidungen („Ich war schließlich auch schon bei Sitzungen der Kommission dabei“) solle man nie vergessen, dass es eine der größten politischen Leistungen aller Zeiten sei, den Kontinent mit 500 Millionen Menschen und 24 Sprachen zu vereinen: „Das seid ihr: Europa, geeint in Vielfalt! Ihr seid stärker, wenn ihr zusammensteht.“

Obama sprach zudem über zahlreiche aktuelle Themen der Weltpolitik. Er hob vier Pfeiler der Demokratie hervor, die es zu verteidigen gelte: freie Wahlen, eine freie Presse, Rechtsstaatlichkeit und eine lebendige Zivilgesellschaft. „Die Demokratie ist immer noch die effizienteste und gerechteste Form der Staatenführung.“ Wachstum dürfe sich nicht in wenigen Händen konzentrieren.

Eine große, neue Herausforderung sei der Umgang mit Flüchtlingen: „Es macht unsere Länder stärker, wenn wir Menschen aller Nationalitäten und Hintergründe willkommen heißen und integrieren.“ Man dürfe nicht zulassen, dass Intoleranz die Oberhand gewinne, die oft durch die Projektion von eigenen ökonomischen Ängsten und Frustrationen entstehe. So wie sich die Bedrohungen veränderten, müsse sich auch die Reaktion darauf verändern. Der Terror gefährde nachhaltig den Fortschritt, der seit dem Kalten Krieg gemacht wurde. Obama warb für Sicherheitsmaßnahmen: „Sicherheit und Datenschutz beziehungsweise Schutz der Privatsphäre müssen kein Widerspruch sein.“ Der US-Präsident sprach außerdem Themen wie das Gesundheitswesen, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit von Frauen oder Rechte für Homosexuelle an.

Mehrere hundert Studierende der Leibniz Universität Hannover sind Barack Obama bis auf wenige Meter nahe gekommen und haben seine Rede auf dem Messegelände miterlebt. „Es ist eine besondere Auszeichnung für unsere Studierenden und die Universität, eine so charismatische Persönlichkeit wie Obama live erleben zu können“, sagt Mechtild von Münchhausen, Pressesprecherin der Leibniz Universität. Barack Obama richtete sich ausdrücklich an sein junges Publikum: „ Ihr seid im friedlichsten Zeitalter der Menschheitsgeschichte aufgewachsen. Nehmt die Möglichkeiten, die ihr habt, nicht als selbstverständlich hin!“

Bei der Veranstaltung auf dem Messegelände waren Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Stephan Weil und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok genau wie Universitätspräsident Professor Volker Epping dabei. Für Obama ging es nach der Rede direkt weiter zum Treffen mit den europäischen Staats- und Regierungschefs ins Schloss Herrenhausen.