In einen mächtigen Abwärtsstrudel ist der Ölmarkt am Montag geraten. - Bild: epa/Smith

In einen mächtigen Abwärtsstrudel ist der Ölmarkt am Montag geraten. - Bild: epa/Smith

Der Preis für Brentöl verlor 6,5 Prozent auf 56,45 Dollar.

Der Markt habe Angst vor einem neuen Überangebot, wenn die Sanktionen gegen Iran aufgehoben werden sollten, sagen Händler mit Blick auf die Atom-Verhandlungen. Denn Iran hat bereits angekündigt, dass es dann seine Ölexporte verdoppeln will und die Ölflut damit weiter nach oben treibt. Da hilft auch kaum die beruhigende Aussage eines Ölexperten, der meint, das Land könnte die Ausgabe neuer Ölkontrakte um drei Monate bis Dezember verschieben.

Angst vor Überangebot im Markt

Das Iran-Problem ist nicht das einzige, das den Ölmarkt beschäftigt. Teilnehmer seufzen auch über das “griechische Chaos”, nachdem die Bürger des Landes gegen die Reform-Vorschläge seiner internationalen Gläubiger gestimmt haben. Auch wenn Griechenland im Weltmaßstab kein großer Ölverbraucher sei, belaste doch die Furcht vor einer Ansteckung oder gar einer Rezession der Eurozone, sagt Thomas Pugh, Rohstoffexperte bei Capital Economics.

Ein bereits vertrauter Faktor, der den Ölmarkt seit längerer Zeit in Atem hält, ist die Produktion in den USA. In der vergangenen Woche hat die Energy Information Administration erstmals seit April wieder eine wöchentliche Zunahme der US-Öllieferungen berichtet. Zugleich zeigten Daten von Baker Hughes, dass die Zahl der aktiven US-Förderanlagen erstmals in diesem Jahr wieder zugenommen hat.

Auch die Enttäuschung über die Wirtschaft in China lastet weiter auf dem Preis. Der zweitgrößte Ölimporteur der Welt weist nicht mehr das über lange Zeit gewohnte starke Wachstum auf. So ist denn auch der Ölimport im Mai um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Und schließlich befand sich die Ölproduktion der OPEC im Mai auf dem höchsten monatlichen Niveau seit Oktober 2012, wie eine Studie Mitte Juni ausgewiesen hat. Und: “Wir bleiben sehr besorgt, dass die Ölproduktion der OPEC im Juni weiter zugelegt hat”, sagt Tim Evans, Energieanalyst bei Citi Futures. Alles in allem: ein gefundenes Fressen für die Ölbären.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke