Günther Oettinger,Brexit,Kosten

Günther Oettinger hält Brexit-Kosten von einer Milliarde Euro für Deutschland für denkbar. - Bild: 1601MBeek10334/Wikimedia/CC BY 2.0

"Es gibt zwei Extremszenarien: Wenn der Haushalt gleich bleiben sollte, müssten die anderen einspringen. Wenn wir den Haushalt um den Briten-Beitrag kürzen, dann nicht", sagte Oettinger in einem Interview mit der Bild am Sonntag. "Eine dritte Option läge dazwischen: Sollte es dazu kommen, könnten auf Deutschland Mehrkosten von beispielsweise einer Milliarde Euro zukommen. Aber das wäre vertretbar, wenn man wüsste, dass die EU mit dem Binnenmarkt und mit gemeinsamen Standards einen großen Vorteil für die europäische - und damit für die deutsche - Wirtschaft ist."

Eine EU-Steuer wird es laut Oettinger aber nicht geben: "Wir wollen keine eigene Steuer und schon gar keine Einnahmequelle, die on top dazukommt. Wir wollen das jetzige System weiterentwickeln, bei dem jeder Mitgliedsstaat einen bestimmten Prozentsatz des Bruttonationaleinkommens an uns überweist." Großbritannien zahlte laut Oettinger zuletzt im Durchschnitt rund acht Milliarden Euro netto pro Jahr in den EU-Haushalt ein