China,Investoren,Baknanaufsicht,Ausland

Chinas Bankenaufsicht hat nach Informationen des "Wall Street Journal" die Geldhäuser des Landes aufgefordert, ihre Kreditvergabe an jene Firmen zu überprüfen, die aggressiv im Ausland investiert haben. - Bild: Pixabay

Zu den fraglichen privaten Unternehmen zählen Anbang, HNA, Fosun und die Dalian Wanda Group, die zusammen in den vergangenen Jahren mehrere zig Milliarden rund um den Globus in verschiedene Projekte gesteckt haben. HNA etwa ist Großaktionär bei der Deutschen Bank und kaufte auch den defizitären Hunsrück-Flughafen Hahn.

Mit den Investoren verbundene Firmen spüren bereits die Folgen. Eine Kino-Tochterfirma von Wanda etwa erlebte an der Börse am Dienstag einen Wertverlust von rund 10 Prozent. Aktien der in Hongkong gelisteten Fosun - Eignerin des Club Mediterranee und des Cirque du Soleil - verbilligten sich um 6 Prozent. Womöglich hat die Anweisung zur Folge, dass sich Chinas Einkaufstour im Ausland erheblich abschwächt.

Waldorf-Astoria-Besitzerin unter Druck

Erst vor einer Woche war der Chef des Versicherers Anbang von Sonderermittlern für Wirtschaftsdelikte festgenommen worden. Anbang war aus dem Nichts zu einem Konzern aufgestiegen, der auf Aktiva im Wert von fast 300 Milliarden US-Dollar kommt, darunter das New Yorker Waldorf Astoria. Zum Teil finanzierte Anbang seine Zukäufe mit der Ausgabe von kurzfristigen, hochrentierlichen Finanzprodukten.

Alle ins Visier der Behörden geratenen Firmengruppen haben sich hoch verschuldet und dabei teils obskurer Finanzquellen bedient, um im Ausland einkaufen zu können. Peking ist berechtigter Weise besorgt, was die Gefahren und verschachtelten Verbindungen zu den Banken angeht. Doch könnte ein hartes Vorgehen Schockwellen durch Chinas komplettes Finanzsystem schicken.

Auslandsinvestitionen stehen zur Disposition

Die Folgen könnten allerdings auch weit über China hinaus spürbar werden. Vereinbarte Unternehmenstransaktionen, die noch nicht abgeschlossen sind, stehen möglicherweise vor dem Aus. Die Unsicherheit hat Folgen: Aktien der Logistikfirma CWT aus Singapur, die gerade für 1 Milliarde Dollar von HNA aufgekauft wird, gaben am Donnerstag um 5,3 Prozent nach.

Unklar auch, ob es HNA noch gelingt, sich wie geplant mit 25 Prozent an der US-Vermögensverwaltung des Versicherers Old Mutual zu beteiligen. In Deutschland gehören die Chinesen laut Insidern zum Kreis der Bieter für den zum Verkauf stehenden Schiffsfinanzierer HSH Nordbank aus Hamburg.

Video: HNA Group

 

Droht ein Rückzug chinesischer Investoren?

Eine weitere Sorge: Womöglich müssen die chinesichen Firmengruppen sogar Vermögensgegenstände veräußern, wenn Peking tatsächlich den Geldhahn zudreht. Erst vor kurzem ist die HNA-Gruppe mit 10 Prozent zum größten Einzelaktionär der Deutschen Bank aufgestiegen, und ihr gehört auch ein Viertel des Hotelkonzerns Hilton. Beide Transaktionen fädelten die Chinesen mit hochkomplexen Finanzierungsmodellen ein, die generell bei Regulierern für Kopfschütteln sorgen.

Insofern könnte der "Großinvestor China" eine längere Atempause als bisher gedacht einlegen. Firmen aus den USA und Europa, die sich zum Verkauf stellen wollen, könnten es jetzt schwerer haben, zu einem guten Preis Investoren zu finden.

Die Top 10 der attraktivsten Investitionsstandorte der Welt

  • Gerade einmal sieben Prozent der Befragten hielten Japan für den besten Investitionsstandort. Das Land der aufgehenden Sonne rangiert damit auf einem der sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

    Gerade einmal sieben Prozent der Befragten hielten Japan für den besten Investitionsstandort. Das Land der aufgehenden Sonne rangiert damit auf einem der sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

  • Frankreich hat gegenüber 2015 einen Prozentpunkt hinzugewonnen und landet somit in der Liste der besten Investitionsstandorte auf einem der sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

    Frankreich hat gegenüber 2015 einen Prozentpunkt hinzugewonnen und landet somit in der Liste der besten Investitionsstandorte auf einem der sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

  • Großbritannien hat in der Liste der besten Investitionsstandorte gegenüber der Befragung vor zwei Jahren zwei Punkte verloren. Das UK landet damit auf einem der vier sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

    Großbritannien hat in der Liste der besten Investitionsstandorte gegenüber der Befragung vor zwei Jahren zwei Punkte verloren. Das UK landet damit auf einem der vier sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

  • Mit einer Zustimmung von sieben Prozent landet Brasilien auf einem der sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

    Mit einer Zustimmung von sieben Prozent landet Brasilien auf einem der sechsten Plätze. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

  • Geringfügig besser als vor zwei Jahren wird Russland bewertet (12 Prozent). Damit belegt Putins Riesenreich in der Liste der besten Investitionsstandorte laut den befragten Managern Platz 5. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

    Geringfügig besser als vor zwei Jahren wird Russland bewertet (12 Prozent). Damit belegt Putins Riesenreich in der Liste der besten Investitionsstandorte laut den befragten Managern Platz 5. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

  • Auf einem der zwei vierten Plätze findet sich Polen. Das Land hat sich in der Wahrnehmung als Investitionsstandort gegenüber dem vorvergangenen Jahr deutlich verbessert: von elf auf 15 Prozent. - Quelle: FY/Bild: Pixabay

    Auf einem der zwei vierten Plätze findet sich Polen. Das Land hat sich in der Wahrnehmung als Investitionsstandort gegenüber dem vorvergangenen Jahr deutlich verbessert: von elf auf 15 Prozent. - Quelle: FY/Bild: Pixabay

  • Weniger gut als 2015 wird Indien beurteilt, das einen der zwei vierten Platz belegt. Die Zustimmungsquote ist von 18 auf 15 Prozent gesunken. - Quelle: FY/Bild: Pixabay

    Weniger gut als 2015 wird Indien beurteilt, das einen der zwei vierten Platz belegt. Die Zustimmungsquote ist von 18 auf 15 Prozent gesunken. - Quelle: FY/Bild: Pixabay

  • Deutschland belegt mit gut 20 Prozent Zustimmung unter den Befragten den dritten Platz der attraktivsten Investitionsstandorte der Welt. Im Vergleich zur Befragung 2015 hat die Bundesrepublik gut einen Prozentpunkt verloren. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

    Deutschland belegt mit gut 20 Prozent Zustimmung unter den Befragten den dritten Platz der attraktivsten Investitionsstandorte der Welt. Im Vergleich zur Befragung 2015 hat die Bundesrepublik gut einen Prozentpunkt verloren. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

  • Für knapp 33 Prozent der befragten Manager sind - ob trotz oder wegen Trump - die USA der weltbeste Investitionsstandort. Das ist Platz 2 der Top 10, obwohl Gods own country zwei Prozentpunkte gegenüber 2016 eingebüßt hat. - Quelle: FY/Bild: PIxabay

    Für knapp 33 Prozent der befragten Manager sind - ob trotz oder wegen Trump - die USA der weltbeste Investitionsstandort. Das ist Platz 2 der Top 10, obwohl Gods own country zwei Prozentpunkte gegenüber 2016 eingebüßt hat. - Quelle: FY/Bild: PIxabay

  • Unangefochten und angesichts seiner Größe und Bedeutung als Absatzmarkt für international agierende Unternehmen landet natürlich China mit 37 Prozent klar auf Platz 1 der Liste der attraktivsten Investitionsstandorte. - Quelle: EY/Bild: Pixabay

    Unangefochten und angesichts seiner Größe und Bedeutung als Absatzmarkt für international agierende Unternehmen landet natürlich China mit 37 Prozent klar auf Platz 1 der Liste der attraktivsten Investitionsstandorte. - Quelle: EY/Bild: Pixabay