Bei einem Besuch in Israel hatte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ebenfalls zu dem

Bei einem Besuch in Israel hatte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ebenfalls zu dem Rüstungsprojekt bekannt. Es sei zu früh, um über Konsequenzen aus dem Absturz zu diskutieren. - Bild: Bundestag/Achim Mende

“Es geht um die Modernisierung der Transportflotte. Insofern hat das Projekt eine erhebliche Bedeutung”, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Uwe Roth, am Montag. Bei einem Besuch in Israel hatte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ebenfalls zu dem Rüstungsprojekt bekannt. Es sei zu früh, um über Konsequenzen aus dem Absturz zu diskutieren.

Airbus liegt weit hinter Zeitplan zurück

Der Airbus soll eigentlich seit Jahren die betagten Transall-Transporter der Luftwaffe ersetzen. Doch der Hersteller liegt weit hinter dem Zeitplan zurück und kann bestimmte Leistungsanforderungen nicht erfüllen. Trotzdem ist der Stückpreis mittlerweile um 50 Millionen auf 175 Millionen Euro gestiegen. Die Bundeswehr verfügt erst über ein Flugzeug, das sich im Probebetrieb befindet. Laut Roth hat es 57 Teststunden hinter sich und bisher sind keine “flugsicherheitsrelevanten Defizite” aufgetreten. Dennoch hat die Luftwaffe eine 18-Seitige Mängelliste zusammengestellt. So kann zum Beispiel die Laderampe nur mit drei Tonnen statt 4,5 Tonnen belastet werden. Wegen des Absturzes in Spanien muss die Maschine bis auf Weiteres am Boden bleiben.

Opposition fordert Einstellung des Projekts

Aus der Opposition bekommt nach dem Unglück die Forderung neue Nahrung, aus dem Rüstungsvorhaben auszusteigen. “Ich fordere die Bundesregierung auf, dieses Projekt unverzüglich einzustellen und nicht weiter Menschenleben aufs Spiel zu setzen”, erklärt Alexander S. Neu, Obmann im Verteidigungsausschuss für die Linken-Fraktion. Er beklagte, dass die Modernisierung der Transportflotte neun Milliarden Euro verschlingt und die Bundeswehr dafür bisher nur eine Maschine für den Probebetrieb erhalten hat.

Der Verteidigungsexperte der Grünen, Tobias Lindner, will hingegen erst die Untersuchungsergebnisse der spanischen Behörden abwarten. “Priorität hat jetzt die Bergung der Opfer, die Aufklärung der Ursachen dieses tragischen Unglücks und die Sicherheit der Besatzung der in Betrieb befindlichen A400M”, sagte Lindner zu Dow Jones Newswires. Solange verbietet sich jede weitere Spekulation, ergänzte der Abgeordnete.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke