Deutschland geht die Herausforderungen durch die fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt

Deutschland geht die Herausforderungen durch die fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt nach Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel (re.) grundsätzlich richtig an. - Bild: Bundesregierung

“Die Arbeit an der digitalen Agenda geht gut voran”, sagte Merkel am Donnerstag in Meseberg, betonte gleichzeitig aber auch, dass es für den Bereich lebenslanges Lernen “noch nicht den gesamten Satz der Anforderungen und der Notwendigkeit von Regelungen im Arbeitsleben” gebe.

Merkel äußerte sich vor einem Treffen von Teilen des Kabinetts mit Vertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften im Gästehaus der Bundesregierung auf Schloss Meseberg in Brandenburg. Die Bundesregierung hatte dort zum sogenannten 6. Zukunftsgespräch unter dem Titel “Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und Qualifizierung” eingeladen.

Welche Qualifikationen?

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erklärte, die Digitalisierung habe nicht nur Auswirkungen auf die Industrie, sondern auch auf die Arbeitsbedingungen. Die eine Frage dabei sei, welche Qualifikationen in Schule, Beruf und Studium notwendig seien, “um dem gerecht zu werden, was eine datengetriebene Wirtschaft heute von uns verlangt”, sagte der SPD-Vorsitzende. Zweitens gehe es darum, wie man “die Prinzipien der Arbeitsbeziehungen” erhalte, die in Deutschland in Jahrzehnten entwickelt worden seien.

Der Vorsitzende des Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, machte auf die “mit einer umfassenden Digitalisierung der Gesellschaft verbundenen Gefahren für Bürger und öffentlich Bedienstete” aufmerksam. “Mit Sorge blicken wir zum Beispiel auf den Verlust sozialer Kontaktebenen durch anonymisierte Arbeitsplätze, auf die Verdrängung von Festangestellten durch digitale Tagelöhner oder die Entwertung klassischer Aufgabenfelder im Zuge einer immer stärker um sich greifenden Digitalisierung und Automatisierung der Abläufe”. Auch über diese negativen Aspekte müsse in Meseberg gesprochen werden, erklärte Dauderstädt vor dem Treffen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke