Auch wenn sie eine der CO2-intensivsten Energien ist: Kohle wird voraussichtlich noch bis zum Jahr

Auch wenn sie eine der CO2-intensivsten Energien ist: Kohle wird voraussichtlich noch bis zum Jahr 2050 der wichtigste Energieträger auf der Welt bleiben (Bild: Hartmut Rauhut - Fotolia.com).

von Susanne Bader

MÜNCHEN (ks). Dass die oft zitierte Abhängigkeit von China in Sachen Rohstoffe vom Reich der Mitte initiiert worden sei, fegt Prof. Dr. Friedbert Pflüger, King‘s College London, vom Tisch: „Wir haben uns selber in diese Abhängigkeit gebracht“, sagt er. Mit der Schließung der großen Rohstoffgesellschaften, die auch an Minen beteiligt waren, habe Deutschland ebenso wie die gesamte westliche Welt seinen Einfluss auf die Rohstoffmärkte an das Reich der Mitte abgegeben. Inzwischen agiert China in Sachen Rohstoffe weltweit, mit massiver staatlicher Unterstützung. Der weltweit größte Lieferant Seltener Erden steht vor der Frage, wie Rohstoffe für die Produktion im eigenen Land gesichert werden können.
China habe die Ausfuhren deswegen beschränkt, weil die Regierung lange Zeit keine Kontrolle über die Abbauquoten hatte, sagt Prof. Dr. Christian Schmidkonz, der Dozent an der Munich Business School. Um die Abhängigkeit von China zu mildern, müsse die Recyclingquote erhöht und geschlossene Minen wieder geöffnet werden, Ersatzrohstoffe und neue Produktionsprozesse müssen gefunden werden. Zudem sei es hilfreich, wie zuletzt mit der Mongolei, Partnerschaften mit rohstoffreichen Ländern zu schließen, sagt Prof. Pflüger. Doch das Recyling ist eine große Herausforderung. Prof. Dr. Armin Reller von der Universität Augsburg leitet derzeit ein Projekt, bei dem Handys in ihre Bestandteile zerlegt werden sollen. Das ist nicht so einfach, denn wie das am funktioniert, weiß noch niemand. Zudem haben die Rohstoffe in Mobiltelefonen stark zugenommen, so Prof. Reller. Wurden in den 1980er-Jahren 12 Elemente in ihnen verbaut, so sind es heute bereits 60. Seltene Erden werden zudem vor allem in Handys und PCs verbraucht, wodurch für andere Anwendungen durchaus ein Mangel entstehen kann. Mangel entsteht jedoch auch durch die Börse: derzeit werden 28 % des physischen Verbrauchs von Nickel gehandelt statt verwendet.

aus Produktion Nr. 43, 2011