Martin Schulz, SPD

Forder eine Allianz zwischen den Autobauern, Zulieferern und Politik, um die Elektromobilität voranzutreiben: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. - Bild: SPD / Susie Knoll

"Wir brauchen eine Kooperation von Industrie, Wirtschaft und dem Staat. Da müssen wir an einen Tisch", sagte Schulz in Aachen bei einem Besuch des E-Nutzfahrzeugherstellers Streetscooter.

Am Sonntag will der SPD-Chef seinen Vorstoß in einer wirtschaftspolitischen Rede konkretisieren. "Es geht darum, dass die Kernindustrie Deutschlands erhalten und geschützt werden muss", erläuterte Schulz.

Er sieht die deutsche Vorzeigebranche bisher noch nicht gut für die E-Mobilität und die Batterieproduktion gerüstet.

Um Wettbewerber aus Asien und dem Nahen Osten abzuwehren, will der 61-Jährige Ausnahmen vom europäischen Wettbewerbsrecht schaffen, damit der Staat mehr Geld für Forschung und den Aufbau von Fabriken zuschießen kann.

"Die Chinesen subventionieren, die Kataris subventionieren, die Saudis stecken da Geld rein", mahnte Schulz.

Kritik an Kanzlerin Merkel

Der Merkel-Herausforderer griff auch die Bundeskanzlerin an. Man könne nicht Vollbeschäftigung ins Wahlprogramm schreiben und hinter verschlossenen Türen das Ende der deutschen Autoindustrie ausrufen. Laut einem Spiegel-Bericht hatte Merkel beim EU-Gipfel Ende Juni vor ihren Amtskollegen ein düsteres Bild von Zukunft der Branche gemalt.

Bei der Herstellung von Elektro-Autos werden weit weniger Arbeiter gebraucht als bei der Produktion klassischer Wagen mit Benzin- oder Dieselmotor. Bisher kommen die Zellen für die Batterien fast ausschließlich aus Asien.