Stahl,Strafzoll

Die EU würde auf drohende US-Strafzölle für Stahl mit rascher Vergeltung reagieren. - Bild: Bundesarchiv

Binnen zwei Tagen könnte die EU Gegenzölle beschließen, schob Juncker hinterher.

Im ZDF schlug EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström in die gleiche Kerbe. "Dann werden wir Gegenmaßnahmen ergreifen", sagte Malmström.

 

Die US-Regierung untersucht derzeit, ob die Stahlimporte die US-Sicherheit bedrohen. Im Ergebnis könnte das Handelsministerium Präsident Donald Trump empfehlen, hohe Strafzölle auf Importe zu verhängen. Die Hauptstoßrichtung der Amerikaner ist dabei China, das die Welt mit gedumptem Billig-Stahl überschwemmt. Die europäischen Hütten wären als Kollateralschaden aber ebenfalls betroffen. Die USA sind der größte Importeur von Stahl weltweit.

Schlag gegen den freien Handel

Eigentlich sollte der Bericht des Handelsministeriums bereits Ende Juni vorgelegt werden. Gerüchteweise könnte er nun sogar während des G20-Gipfels in Hamburg vorgelegt werden, was einen gewaltigen Schlag gegen den freien Handel bedeuten würde.

Die Bundesregierung sorgt sich, dass das Stahlbeispiel als Blaupause für andere Wirtschaftsbereiche genutzt werden könnte. US-Präsident Trump setzt statt auf Freihandel auf die Abschirmung des Marktes. Weil die zunächst vorgesehene Importsteuer wahrscheinlich nicht umzusetzen ist, könnte die Zollkeule als Ersatz eingesetzt werden.

Keine Dämme errichten

Die deutschen Hütten riefen die Staatsführer beim G20-Gipfel auf, eine Lösung für die weltweite Stahlkrise zu finden und auf Abschottung zu verzichten. "Ich hoffe, dass die USA ein enger Partner bei der Bekämpfung von unfairem Handel bleiben und keine Dämme gegen den Rest der Welt errichten", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. Das im vergangenen Jahr geschaffene G20-Stahlforum sei der geeignete Ort, um zu Kompromissen zu kommen.