Frank Walter Steinmeier

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"Der ganze Mittlere Osten, und gerade Saudi-Arabien und Iran, sind uns etwas schuldig. Die Weltgemeinschaft hat sich seit Jahren massiv für die Befriedung der miteinander verflochtenen Konflikte in der Region eingesetzt", sagte Steinmeier im Interview mit der Bild-Zeitung.

Beide Länder müssten sich jetzt darauf besinnen, worauf es wirklich ankäme. "Die militärischen Konflikte zu entschärfen, in Syrien, im Jemen und anderswo politische Lösungen zu befördern und dadurch ISIS den Boden zu entziehen", betonte Deutschlands Chefdiplomat.

Die Beziehungen zwischen Riad und Teheran haben sich nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen extrem verschlechtert. Der Iran ist die regionale Schutzmacht der Schiiten und ringt mit Saudi-Arabien um die Vorherrschaft im Nahen und Mittleren Osten. Das saudische Königshaus hat die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen.

Ohne ein Einverständnis zwischen den beiden Staaten lässt sich der Bürgerkrieg in Syrien nicht beenden, in den die zwei Mächte tief verstrickt sind.

Mit Blick auf die jüngste Hinrichtungswelle in Saudi-Arabien fordern einige Politiker in Deutschland das Ende jeglicher Waffenlieferungen an die Golfmonarchie. "Die Bundesregierung muss ein gemeinsames Waffenembargo gegen Saudi-Arabien in Europa durchsetzen", verlangte der Grünen-Politiker Jürgen Trittin in der Rheinischen Post.