Hochofen Salzgitter

In Brüssel gehen am Montag tausende Vertreter der Stahlbranche auf die Straße, um gegen die mögliche Anerkennung Chinas durch die Europäische Union als Marktwirtschaft protestieren. Sie wollen sich vor billigen Exporten aus China schützen. - Bild: Salzgitter

Sie wollen sich vor billigen Exporten aus China schützen.

Die Regierungen einiger EU-Länder hatten bereits davor gewarnt, dass der Stahlsektor der Region kurz vor dem Kollaps stehe. Die Proteste dürften auch die Debatte über Europas Antwort auf die Vorwürfe befeuern, dass China seinen Stahl zu einer Zeit zu Dumpingpreisen verkauft, da die Stahlbranche weltweit unter Überkapazitäten leidet.

China ist seit 2001 Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) und drängt darauf, Ende 2016 automatisch als Marktwirtschaft anerkannt zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt möchte die EU über die Zuerkennung des Marktwirtschaftsstatus an China entscheiden.

Die Stahlbranche fürchtet eine solche Anerkennung. Denn die Handelsbeziehungen würden sich dann gravierend verändern. Die Lobbyisten fürchten, dass subventionierte chinesische Billigware dann europäische Ware verdrängt und noch mehr Arbeitsplätze gefährdet. Für die EU würde es dann schwieriger, Strafzölle zu verhängen.

Sollte China als Marktwirtschaft anerkannt werden, so würde die Wirkung der EU-Instrumente zur Verteidigung unterminiert, kritisierte Axel Eggert, Generaldirektor des europäischen Stahlverbands Eurofer, die den Protestmarsch mit organisiert hat.