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Die deutsche Wirtschaft und Politik hat auf die Drohungen von Donald Trump reagiert, auf in Mexiko gebaute Autos bei Einfuhr in die USA von deutschen Herstellern Strafzölle zu verlangen. - Bild: Pixabay

Die deutsche Autoindustrie hat den designierten US-Präsidenten Donald Trump davor gewarnt, in Mexiko montierte Autos mit Strafzöllen zu belegen. "Mit dem Aufbau von Zöllen oder anderen Handelsbarrieren würden sich die USA langfristig in's eigene Fleisch schneiden", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Nichtsdestotrotz nehme die deutsche Autobranche die Äußerungen Trumps ernst.

Der künftige Präsident drohte BMW und anderen deutschen Herstellern in einem Interview mit der Bild-Zeitung unverhohlen mit Strafzöllen von bis zu 35 Prozent, wenn sie Fabriken in Mexiko statt in USA errichten und ihre Fahrzeuge von dort in die USA exportieren wollen. Bislang zahlen sie wegen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta darauf keine Importzölle. "Einschränkungen des Nafta-Raumes würden der Wirtschaft einen deutlichen Dämpfer geben, das kann keiner wollen", mahnte VDA-Chef Wissmann.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte den designierten US-Präsidenten davor, entsprechende Strafzölle auf importierte Autos einzuführen. "Die amerikanische Autoindustrie wird dadurch schlechter, schwächer und teurer", sagte Gabriel der Bild-Zeitung. Außerdem würden sich die USA ziemlich umgucken, wenn Trump auch die Zulieferteile mit Strafzoll belege, so Gabriel. Die USA sind für den wichtigsten deutschen Industriezweig der zweitgrößte Exportmarkt.

Die Aussagen des neuen US-Präsidenten Donald Trump zu möglichen Strafzöllen und Brexit kommentiert VDMA-Präsident Carl Martin Welcker:

"Die Unsicherheit über den wirtschaftlichen Kurs der USA wird seit dem Wahlsieg von Donald Trump immer größer. Wir sehen das mit großer Sorge! Die Androhung von Strafzöllen, egal für welche Industrie und welches Land, sorgt für weitere Investitionszurückhaltung, die im Maschinenbau bereits spürbar wird. US-Präsident Trump will ausländische Unternehmen zu Investitionen in seinem Land zwingen. Letztlich bedeuten Zölle und Protektionismus jedoch, dass Produkte insbesondere in den USA teurer werden.

Denn es gehen auf diesem Wege Kostenvorteile für die US-Wirtschaft verloren, die auf Produktion und Zulieferung aus anderen Ländern beruhen. Der amerikanische Senat und das Repräsentantenhaus sollten alles dafür tun, diesen wirtschaftspolitischen Kurs des neuen Präsidenten rasch zu ändern. Trump rüttelt mit seinen Worten an den bisherigen Gewissheiten der transatlantischen Beziehungen. Europa ist gefordert, mit einer Mischung aus Ruhe und Klarheit die Stimme der Vernunft zu übernehmen."

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte von Trump, sich an die internationalen Abkommen zu halten. "Wir gehen davon aus, dass unser amerikanischer Partner sich auch weiterhin an die völkerrechtlichen Verpflichtungen und auch die WTO-Regeln hält", betonte Steinmeier.

SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte Trump davor, entsprechende Strafzölle auf importierte Autos einzuführen.

"Die amerikanische Autoindustrie wird dadurch schlechter, schwächer und teurer", sagte Gabriel ebenfalls der Bild-Zeitung. Außerdem würden sich die USA ziemlich umgucken, wenn Trump auch die Zulieferteile mit Strafzoll belege, so Gabriel.

An der Börse reagierten Anleger mit Verkäufen von Autoaktien wie BMW und Daimler.

Eine Ministeriumssprecherin sagte dazu, Gabriel habe auch klar gemacht, dass man zunächst einmal die Entwicklung in den USA abwarten müsse und Spekulationen nichts brächten. "Sondern es ist jetzt eben abzuwarten, bis die Regierung vereidigt ist und dann ein Regierungsprogramm vorliegt, das wir dann selbstverständlich auch prüfen werden".

Generell sei es so, dass Deutschland "selbstverständlich starke und gute Wirtschaftsbeziehungen zu den USA" habe, sagte die Sprecherin. Dies solle in Zukunft so bleiben.

Deutschland sei eine offene Volkswirtschaft und trete dafür ein, dass auch andere Staaten offene Volkswirtschaften seien, sagte die Sprecherin. "Ganz generell gelten für alle Schutzinstrumente, auch die handelspolitischen Schutzinstrumente, die Vorgaben der WTO", ergänzte sie.

Auch BDI-Präsident Dieter Kempf äußert sich zu den aktuellen Aussagen von Donald Trump: "Trump hat recht, wenn er in einer Stärkung der Industrie den Schlüssel zur Schaffung von mehr und besser bezahlten Jobs in den USA sieht. Deutschland mit seiner starken Industrie macht dies vor. Dieses Ziel ist keineswegs durch Strafzölle und Protektionismus zu erreichen. Niemand ist eine Insel. Handelskonflikte schaffen nur Verlierer.

Die Unternehmen in den USA sind auf deutsche Ingenieurstechnologie und Zwischenprodukte aus Europa, Mexiko und anderen Regionen angewiesen. Trump wird der eigenen Wirtschaft schaden, wenn er versucht, die Autobauer aus Mexiko zu drängen. Zwischen den USA und Mexiko gibt es eine Arbeitsteilung, die beide Standorte wettbewerbsfähiger gemacht hat.

Wer Wertschöpfungsketten zerschlägt, bremst Innovation und verteuert Produktion; das kostet Wohlstand und Chancen. Eine kluge Wirtschaftspolitik besteht darin, den Kreislauf von Abschottung zu durchbrechen. Also keine Abkehr vom Freihandel, sondern Vorfahrt für Investitionen."

Mit Material von Dow Jones Newswires