Der griechische Premier Alexis Tsipras will Reformauflagen offenbar akzeptieren. - Bild:

Der griechische Premier Alexis Tsipras will Reformauflagen offenbar akzeptieren. - Bild: EU-Kommission

Laut einem Artikel der “Financial Times” ist der griechische Premier Alexis Tsipras bereit, alle Bedingungen der Geldgeber anzunehmen.

Wie die Zeitung berichtet, hat Tsipras noch am Dienstagabend an alle führenden Mitglieder der Europäischen Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) einen entsprechenden Brief geschickt.

In dem Brief, der der FT nach eigenen Angaben vorliegt wird, wird Tsipras mit folgendem Wortlaut zitiert:

Demnach ist die griechische Regierung bereit, nahezu alle Reformvorgaben, die die EU am Wochenende veröffentlicht hatte, mit nur wenigen Änderungen anzunehmen.

Eines der umstrittensten Themen ist laut FT die Überholung des Mehrwertsteuer-Systems. Tsipras wolle hier eine besondere Ausnahme für Griechische Inseln, von denen einige in abgelegenen Gebieten lägen. Zum anderen verlange Tsipras weiterhin Zugeständnisse bei der Rentenreform. Die Gläubiger fordern die Abschaffung der Sozialzuschüsse für bedürftige Rentner bis zum Jahr 2019. Tsipras will aber offenbar einen langsameren, schrittweisen Ausstieg.

Laut FT werden die Finanzminister der Eurozone den Brief in einer Telefonkonferenz um 17.30 Uhr am Mittwoch Abend diskutieren.

Schwer zu akzeptierende Elemente

Der Brief vom griechischen Ministerpräsident Alexis Tsipras enthält Elemente, die die zuständigen Minister der Euro-Zone wohl nur schwer akzeptieren können, sagt ein Vertreter der Euro-Zone. Das berichtet das “Handelsblatt” in seinem Liveblog.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betont derweil in Berlin, dass dieser zweite Brief auch nicht für Klarheit gesorgt habe. Offenbar erweckt Tsipras nur den Eindruck, einzulenken, indem er schreibt: „Die hellenische Republik ist bereit, dem Staff level agreement zuzustimmen.“ Zugleich wiederholte er allerdings Bedingungen, auf die die Gläubiger schon in den vergangenen Verhandlungsrunden nicht eingehen wollten.

Karoline Kopp/Handelsblatt