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Die Obama-Regierung wird laut Informanten wohl offiziell gegen chinesische Staatshilfen für die riesige Aluminiumindustrie des Landes vorgehen. - Bild: Wald1siedel/Wikimedia/CC BY-SA 3.0

China würde die Branche mit viel zu billigen Krediten der Staatsbanken oder Energievergünstigen versorgen, lauten die Anklagepunkte.

Sollte die Klage tatsächlich eingereicht werden, würde der Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt eine Woche vor Amtsantritt von Donald Trump als neuer US-Präsident eskalieren. Trump hatte am Mittwoch während einer Pressekonferenz erklärt, dass die Handelsbeziehungen zu China einer der wichtigsten Themen seien. Allerdings seien die Handelsungleichgewichte zu groß, monierte er künftige Präsident.

Das Büro des US-Handelsbeauftragten Mike Froman, das die Klage bei der WTO einreichen wird, wollte sich zu dem Thema nicht äußern. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington war kurzfristig nicht für einen Kommentar zu erreichen.

US-Produzenten kritisieren schon lange, dass ein Boom der chinesischen Produktion die Aluminiumpreise weltweit gedrückt hat. Der Anteil der Aluminiumproduktion aus China am Weltmarkt stieg auf 55 Prozent im Jahr 2015 von 24 Prozent zehn Jahre zuvor. Die USA kam 2015 nur noch auf einen Anteil von 2,7 Prozent am Weltmarkt.

Das hat letztlich auch die zahlreichen Schließungen von Werken in diversen Ländern geführt: Allein in den USA ist die Anzahl der Aluminiumschmelzen von 23 im Jahr 2000 auf nur noch 5 Ende 2016 gesunken.

Die Beschwerde wäre die 16. Klage der US-Regierung, die unter der Führung von Barack Obama bei der WTO eingereicht wird. Letztlich könnte die Klage zu höheren Zöllen auf chinesische Aluminiumexporte und anderen Produkten führen.