Thilo Brodtmann

"Elektromobilität wird sich im Individualverkehr nur durchsetzen, wenn sie auch ökonomisch konkurrenzfähig zu den traditionellen Antrieben wird", sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. - Bild: VDMA

Die Kaufprämie sei der völlig falsche Weg, um das Elektroauto auf die Straße zu bringen. "Denn die Elektromobilität wird sich im Individualverkehr nur durchsetzen, wenn sie auch ökonomisch konkurrenzfähig zu den traditionellen Antrieben wird. Genau das verhindert die Kaufprämie", argumentiert Brodtmann.

Die von der Regierung angekündigte Prämie werde daher nicht mehr als ein Strohfeuer sein, das mit Steuergeldern entfacht wird. "Sinnvoller ist die beschlossene Unterstützung des Ausbaus der Ladesäulen."

Nach Ansicht des VDMA-Hauptgeschäftsführers sollte die Regierung jedoch nicht nur im Bereich der Infrastruktur weit mehr tun. "Insbesondere weit wirkungsvollere Maßnahmen zur nachhaltigen Kostenreduzierung wurden offenbar vergessen: Investitionen am Anfang der Wertschöpfungskette, in Forschung und Entwicklung sowie bei der Produktionstechnologie, zum Beispiel für günstigere Batterien. Stattdessen hat die Regierung alle sinnvollen Ansätze zur Förderung der Elektromobilität offenbar aufgegeben und verbrennt wieder einmal enorme Summen um eines kurzfristigen politischen Erfolges willen. Eine Politik, die ökologisch und ökonomisch nachhaltig ist, ist hierzu das genaue Gegenteil."

4.000 Euro Kaufprämie

Die Bundesregierung und Vertreter der Automobil-Industrie hatten sich am heutigen Mittwoch auf eine Kaufprämie für Elektrofahrzeuge verständigt. Demnach soll es 4.000 Euro für reine E-Autos und 3.000 Euro für Fahrzeuge mit gemischtem Antrieb (Plug-In-Hybride) geben.

Die Prämien sollen bis längstens 2019 gezahlt werden, für Autos mit einem Nettoanschaffungspreis von über 60.000 Euro soll es aber überhaupt keine Prämie geben. Die Kosten von 1,2 Milliarden Euro sollen je zur Hälfte vom Bund und der Autoindustrie aufgebracht werden. "Die hälftige Förderung durch den Bund hängt von einer entsprechenden Förderung durch den Hersteller ab", heißt es in einem Pressepapier der Regierung.

"Wir haben vereinbart, dass der Bund insgesamt rund eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen wird", sagte Schäuble. Zur Verbesserung der Ladeinfrastrukur will der Bund nach seinen Angaben von 2017 bis 2020 eine Summe von 300 Millionen Euro bereitstellen - davon 200 Million für die Schnelllade-Infrastruktur. Mit weiteren 100 Millionen Euro wolle der Bund "dafür sorgen, dass mindestens 30 Prozent vom Fuhrpark des Bundes Elektrofahrzeuge sind". Das Programm solle ab dem für Mai geplanten Kabinettsbeschluss gelten.