Risiko, Industrie 4.0, Verfassungsschutz

Bei der Sicherheitstagung des Verfassungsschutzes mit dem Bundesverband Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft riefen die Vorsitzenden zu mehr Zusammenarbeit auf, um das Schutzniveau in der Industrie 4.0 zu erhöhen. - Bild: Pixabay

"Die umfassende Digitalisierung des wirtschaftlichen Handelns eröffnet neue Chancen für die deutsche Wirtschaft", sagte Maaßen am Donnerstag in Berlin bei der 11. Sicherheitstagung seines Geheimdienstes mit dem Bundesverband Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW). Zugleich rufe die Digitalisierung aber auch "bislang unbekannte oder unvorstellbare Risiken und Verwundbarkeiten hervor", erklärte Maaßen.

Maaßen sagte, Deutschland gerate als Hochtechnologie- und Wirtschaftsstandort immer stärker in den Fokus von Spionageaktivitäten staatlicher und nichtstaatlicher Akteure "mit uns entgegenstehenden Interessen".

Der ASW-Vorsitzende Volker Wagner plädierte erneut dafür, den menschlichen Faktor bei der Bedrohung etwa von Firmengeheimnissen nicht aus den Augen zu lassen. "Um IT-Systeme und Prozesse zu schützen, dürfen Staat und Wirtschaft nicht nur auf IT-Sicherheitstechnik setzen. Auch der Faktor Mensch spielt weiterhin eine entscheidende Schlüsselrolle", sagte er.

Die wachsenden Bedrohungen erforderten zudem eine stärkere Kooperation auf Seiten der Angegriffenen, sagte Wagner. Staat und Wirtschaft müssten daher noch enger zusammenarbeiten und die Initiative Wirtschaftsschutz biete dazu einen guten Ansatz, den es weiter auszubauen gelte. Die Initiative Wirtschaftsschutz ist eine Plattform von staatlichen Sicherheitsbehörden und Industrieverbänden, die als Anlaufstelle für Fragen zum Thema Wirtschaftsschutz geschaffen wurde.

Wagner ging noch einen Schritt weiter und forderte angesichts einer "steigenden Komplexität der Thematik Wirtschaftsschutz" auch die Schaffung klarer Zuständigkeiten und zentraler Ansprechpartner auf Seiten der Wirtschaft und bei den Sicherheitsbehörden. "Wir nennen diese Personen Wirtschaftsschutzbeauftragte. Wir brauchen sie in den Unternehmen und im öffentlichen Sektor", meinte Wagner.