Europas Glaubwürdigkeit ist in Gefahr durch VW-Skandal laut EU-Kommissarin Malmström.

Europas Glaubwürdigkeit ist in Gefahr durch VW-Skandal laut EU-Kommissarin Malmström.

"Dieser Skandal betrifft viele Bereiche und ist sehr unerfreulich", sagte sie im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. "Ich habe viel Zeit verwendet, den Amerikanern zu erklären, dass wir in Europa die höchsten Umweltstandards haben. Und jetzt stellt sich heraus: Wir sind nicht perfekt."

Die US-Behörden hatten die Manipulation bei den Abgasen aus VW-Dieselfahrzeugen zuerst entdeckt. Die Motoren stoßen tatsächlich weit mehr giftige Stickoxide aus, als die Wolfsburger ihren Kunden versichert haben.

Um die Akzeptanz des umstrittenen TTIP-Abkommens zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten zu erhöhen, kündigte die EU-Kommissarin mehr Offenheit an. "Wir arbeiten daran, in den Mitgliedsstaaten zusätzliche Leseräume für vertrauliche Dokumente bereitzustellen", sagte die Schwedin. Die viel kritisierte Regelung für deutsche Abgeordnete in US-Botschaften sei "eine Übergangslösung".

Zu ihrem Vorschlag für einen neuen Investorenschutz schränkte sie ein, sie glaube nicht, dass die US-Regierung diesen zu 100 Prozent akzeptieren werde. Das größte Risiko des Scheiterns der Verhandlungen birgt laut Malmström der enge Zeitplan: "Die Uhr läuft." Sie will einen Abschluss vor den US-Wahlen im Oktober 2016.