Trumpf China Produktion

Trumpf plant, die alte Fabrikhalle seiner Tochterfirma JFY durch eine neue moderne Produktionsstätte ersetzen. - Bild: Trumpf

Für 2016 prognostiziert die OECD für China ein reales BIP-Wachstum von 6,7%. Damit gibt es einen Knick in der Trendgerade, die seit vielen Jahren Wachstumsraten von 10% und mehr aufweist. Hinzu kommen Turbulenzen an der chinesischen Börse und Änderungen auf politischer Ebene. Deutsche Unternehmen beobachten diese Entwicklung und sehen weiterhin gute Chancen im chinesischen Markt.

„Wir verfallen jetzt nicht in Panik“, so Monika Hollacher, Expertin Außenwirtschaft beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „Die Entwicklung eines schwächeren Wachstums beim Export von Maschinen nach China ist seit einigen Monaten zu sehen“. Es gäbe Sparten, die dennoch eine gesteigerte Nachfrage verzeichnen. Und wenn es China durch die Abwertung des Renminbi gelinge, die eigene Wirtschaft anzukurbeln, dann sei das für die deutschen Maschinenexporteure nur gut.

Prof. Dr. Ralph Kriechbaum, Professor and der Hochschule Rosenheim und Unternehmensberater beobachtet im Supply Chain Management seit über zwei Jahren einen neuen Trend: „Der Einfluss der chinesischen Regierung im Wirtschaftsrat nimmt stark zu und wird immer undurchsichtiger“, sagt er. Die veröffentlichen Zahlen der chinesischen Regierung würden zunehmend von der Bevölkerung im Land mit zynischer Beobachtung zur Kenntnis genommen und ihrer Korrektheit werde kaum noch Glauben geschenkt. „In den vergangenen Jahren ging man in China und in den westlichen Demokratien davon aus, dass bei einem Wachstum von unter 7 bis 9% in China eine politische Stabilität in der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet werden kann.

Es strömen noch immer sehr viele Menschen in die Beschäftigung und suchen nach Arbeitsplätzen. Dies muss durch ein entsprechendes Wachstum abgesichert werden“. Seit etwa zwei Jahren propagiere die Regierung bereits "China for China" und sehe ein Wachstum der Wirtschaftsleistung nicht mehr als Priorität. „Nun verstärkt sich dieser Trend und der Fokus der chinesischen Regierung geht noch stärker in die Richtung, dass chinesische Firmen für chinesische Kunden produzieren. Selbst Joint Ventures geben derzeit schon an, dass sie dies beim Absatz spüren und rein chinesische Marktteilnehmer im Vorteil sehen“, so Prof. Kriechbaum. Auch bei Preisverhandlungen seien chinesische Unternehmen derzeit schon sehr unkooperativ bei der Anpassung von Preisen an die neue Umtauschsituation in den Währungen. Sein Fazit: „Europäische Firmen werden sich vermutlich strategisch auf geringere bis stagnierende und im schlimmsten Fall sogar rückläufige Zahlen einstellen müssen“.