Sigmar Gabriel Bundesregierung Türkei

Klare Ansage an die Türkei: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel verkündet das Ende der Geduld. - Bild: Bundeswirtschaftsministerium

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor einem Einbruch des Handelsvolumens im laufenden Jahr. "Aufgrund der jüngsten Zuspitzung der politische Spannungen ist sogar mit einem Handelsrückgang von mehr als 10 Prozent zu rechnen", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Bundesregierung droht mit Strafmaßnahmen

Der von Außenminister Sigmar Gabriel angedrohte Stopp von Exportkreditversicherungen und Investitionsgarantien (Hermes-Bürgschaften) würde "die Investitionszurückhaltung deutscher Unternehmen jetzt noch bestärken", sagte Treier weiter. Wegen der autoritären Politik von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seien die deutschen Unternehmen sowieso schon verunsichert, der Außenhandel befinde sich auf abschüssigem Terrain. "In einem solchen Umfeld ist an Neuinvestitionen deutscher Unternehmen in der Türkei kaum zu denken", beklagte der DIHK-Außenwirtschaftschef.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) stieß in das gleiche Horn. "Man kann niemandem zu Investitionen in einem Land raten, wenn es dort keine Rechtssicherheit mehr gibt und sogar Unternehmen in die Nähe von Terroristen gerückt werden", hatte der SPD-Politiker am Vormittag bei der Verschärfung des außenpolitischen Kurses erklärt.

Deutschland als wichtigster Handelspartner

Deutschland ist für die Türkei der wichtigste Handelspartner. Deutschland exportierte vergangenes Jahr Güter für knapp 22 Milliarden Euro in das Land, was einem Rückgang von 2 Prozent bedeutete. Andersherum lieferte die Türkei Waren und Dienstleistungen für 15,5 Milliarden Euro in die Bundesrepublik. Der deutsche Exportüberschuss summierte sich demnach auf 6,5 Milliarden Euro. Hatte sich der Handel im alten Jahr trotz Putschversuchs noch robust gehalten, ist der Abwärtstrend in diesem Jahr stärker zu spüren. Die Lieferungen aus Deutschland fielen nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes zwischen Januar und Mai um 9,5 Prozent.

In der Türkei sind laut DIHK 6.800 deutsche Unternehmen aktiv, darunter Großkonzerne wie Daimler, MAN und Bosch. Das Land war in der Vergangenheit ein beliebtes Reiseland für deutsche Urlauber. Vergangenes Jahr waren es wegen der Terroranschläge und dem autoritären Kurs der Regierung aber mit rund vier Millionen ein Drittel weniger Touristen als 2015. Das Auswärtige Amt rät ab sofort allen Deutschen bei Besuchen in dem Land wachsam und vorsichtig zu sein.

Das sind die Top Ten der deutschen Außenhandelspartner

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    Der Außenhandelsumsatz Deutschlands aus Importen und Exporten mit der Tschechischen Republik betrug 2016 80.640.219.000 Euro. Das bedeutet Platz 10. - Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,Schweiz

    Auf Platz 9 der umsatzstärksten Außenhandelspartner Deutschlands landete die Schweiz 2016 mit 94.272.700.000 Euro.- Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,Österreich

    A leivande Gschicht: Österreich war 2016 mit einem Umsatz von 98.429.197.000 Euro der achtgrößte Außenhandelspartner Deutschlands.- Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,Polen

    Auf Platz sieben der umsatzstärksten Außenhandelspartner Deutschlands landete 2016 Polen mit 162.492.510.000 Euro.- Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,Italien

    Mit einem Umsatz aus Import und Export von 113.255.970.000 Euro belegte Italien 2016 Platz 6.- Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,Großbritannien

    Auf dem fünften Platz der größten deutschen Außenhandelspartner lag 2016 Großbritannien. Zusammengenommen kommen die Importe und Exporte vom und ins Vereinigte Königreich auf 121.771.743.000 Euro. - Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,Niederlande

    Kleines Land - großer Außenhandelsumsatz für Deutschland: mit 162.492.510.000 Euro im Jahr 2016 belegten die Niederlande in Sachen Umsatz Platz vier.- Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,USA

    Die Vereinigten Staaten von Amerika sind in Sachen Umsatz, also Import und Export zusammen, der drittgrößte Außenhandelspartner Deutschlands. In und aus den USA flossen 2016 Waren im Wert von 164.793.888.000 Euro. - Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,Frankreich

    Den zweiten Platz in Sachen Umsatz aus Exporten und Importen belegte 2016 Frankreich. 167.064.714.000 Euro werden mit dem Nachbarland umgesetzt. - Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Außenhandel,Import,Export,Umsatz,Deutschland,China

    Ganz klar die Nummer Eins in Sachen deutscher Außenhandel war 2016 die Volksrepublik China. Der Umsatz aus Im- und Export beträgt gewaltige 169.907.557.000 Euro - Quelle: Detatis; Bild: Pixabay

  • Weihnachtsinsel

    Übrigens: Den letzten Platz (237) in der Destatis-Aufstellung der umsatzstärksten Außenhandelspartner belegt die zu Australien gehörige Weihnachtsinsel im Indischen Ozean (rund 2.100 Einwohner). Der Außenhandelsumsatz mit Deutschland beträgt 1.000 Euro. - Quelle: Destatis; Bild: TUBS/Wikipedia/CC BY-SA 3.0