Daimler

Die neue Blockchain-Technologie kommt bereits bei Kryptowährungen wie Bitcoin zum Einsatz. Unternehmen sehen aber noch ganz andere Anwendungsfelder. - Daimler

Die Verschlüsselungstechnik Blockchain ist auf dem Vormarsch. Und das nicht nur bei Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co, die auf auf dieser Datenbanktechnologie basieren. Auch ganz bodenständige Unternehmen aus der "Nicht-Cyberwelt" entdecken zunehmend die Vorteile der "Blockketten".

Als eines der ersten Unternehmen überhaupt hat gerade der Stuttgarter Autobauer Daimler die neue Technologie genutzt, um einen Schuldschein zu platzieren. Gemeinsam mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wurde der gesamte Emissionsprozess von der Initiierung über die Zuteilung bis hin zum Vertragsabschluss über eine private Blockchain komplett digital abgebildet. Auch Zinszahlungs- und Rückzahlungsbestätigungen laufen über das neuartige System, wie Daimler und LBBW gemeinsam mitteilten.

Daneben testet Daimler als ingenieur- und technologiegetriebenes Unternehmen das Potenzial der Blockchain Technologie nach eigenen Angaben aber auch in mehreren anderen Geschäftsbereichen und Business Units.

Blockchain: Auch für Produktion und Vertrieb

"Das Thema Blockchain ist für uns ein Thema von strategischer Bedeutung, da diese Technologie auf verschiedensten Ebenen unserer Wertschöpfungskette Nutzungspotentiale bietet. Dies reicht von klassischen Prozessen der Datenverarbeitung bis hin zu innovativen neuen Geschäftsmodellen beispielsweise im Finanzbereich sowie Produktion und Vertrieb", erläutert Hendrik Sackmann, Leiter Finance, Strategy, HR and External Affairs Communications bei Daimler.

"Die Möglichkeit, Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig noch mehr Sicherheit und Transparenz in unterschiedlichste Prozesse oder Vertragsbeziehungen zu bekommen, macht Blockchain für uns als führenden Automobilhersteller so interessant", so Sackmann weiter.

Daimler möchte hier nach eigenen Angaben Know-how für die Gestaltung neuer Geschäftsmodelle aufbauen und sich als aktiver Player im weltweiten Technologie- und Gründerumfeld aufstellen: "Daimler hat das Ziel, aktiver Teil der weltweiten Blockchain-Community zu werden und hat sich vorgenommen, branchenübergreifende Standards mitzugestalten."

Neben dem Pilotprojekt Schuldscheindarlehen über Blockchain wird bei dem Stuttgarter Autobauer untersucht, wo sich parallel in weiteren Projekten die Blockchain noch sinnvoll und effizienzsteigernd einsetzen lässt. "Blockchain kann Auswirkungen auf nahezu die gesamte Wertschöpfungskette der Automobil-Branche haben: Kundenbeziehungen, Handel und Vertrieb, Lieferanten-Management, digitale Services und Finanzdienstleistungen. Im Finanzsektor könnten unter anderem der tägliche Zahlungsverkehr, der Wertpapierhandel oder der grenzüberschreitende Warenverkehr weitere Anwendungsmöglichkeiten für die Blockchain-Technologie sein", weiß Sackmann.

Daneben will Daimler laut Sackmann bei der Gestaltung von möglichen Zukunftsstandards mitwirken. "Darüber hinaus sind wir dem Hyperledger Konsortium beigetreten, um uns in der Blockchain Community noch stärker zu vernetzen", ergänzt der Experte. Die Blockchain bzw. Opensource Community sei durch Arbeits- und Kooperationsmodelle geprägt, die für das Unternehmen und den Kunden künftig immer wichtiger würden.

IoT macht Blockchain unumgänglich

Ganz ähnlich sieht das auch Niklas Nikolajsen, der ehemalige "Blockchain-Guru“ der Großbank UBS und Mitbegründer der Bitcoin Suisse AG, insbesondere mit Blick auf das Internet of Things (IoT): "Wenn das IoT wächst, kommt es zu enormen Datenströmen zwischen Maschinen und Maschinen und dabei wird es auch um Zahlungsvorgänge gehen. Das heißt, Kryptowährungen werden unumgänglich und damit auch die Blockchain-Technologie.", erläutert der Experte in einem Interview auf der Plattform heise.