Safety by Dekra

Krank vor Stress: Viele Mittelständler wissen offenbar nicht, wie Sie mit psychischen Gefährdungen ihrer Mitarbeiter umgehen sollen. Dabei sind die psychischen Erkrankungen seit 2009 um satte 40 Prozent gestiegen. - Bild: Adobe Stock/Dirima

| von Karoline Kopp
Aktualisiert am: 12. Jun. 2019

Für die Untersuchung wurden vom Institut forsa im Auftrag von Dekra insgesamt 300 zufällig ausgewählte Entscheider im Personalbereich oder Arbeitsschutz in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU von 10 bis unter 500 Mitarbeiter) befragt. Ein wesentliches Thema der repräsentativen Studie ist die Gefährdungsbeurteilung, die im deutschen Arbeitsschutzrecht das zentrale Element darstellt. Hier können Sie die Studie herunterladen.

Seit 2013 schreibt das Arbeitsschutzgesetz vor, dass Arbeitgeber auch die psychischen Gefährdungen der Beschäftigten am Arbeitsplatz systematisch beurteilen müssen.

Falls erforderlich, muss der Arbeitgeber Maßnahmen gegen krankmachenden Stress am Arbeitsplatz einleiten. Private und berufliche psychische Belastungen tragen maßgeblich zu Burnout oder Muskel- und Skeletterkrankungen und somit zu Fehlzeiten und Qualitätsmängeln bei.

„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass viele  Mittelständler auch nach fünf Jahren noch nicht wissen, wie sie mit dem Thema umgehen sollen“, sagt Dr. Karin Müller, Leiterin des Bereichs Mensch & Gesundheit bei Dekra.

„Dabei existieren Lösungen, um die psychische Gefährdungsbeurteilung gesetzeskonform und wirksam durchzuführen. Gefragt sind Verfahren, die aufzeigen, wie es der Belegschaft wirklich geht und welcher Stress tatsächlich krank macht.“

Fehlzeiten um fast 70 Prozent gestiegen

Die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Belastungen nehmen bundesweit zu: Laut dem AOK-Fehlzeitenreport 2018 ist die Häufigkeit von Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen zwischen 2007 und 2017 um 67,5 Prozent angestiegen.

Außerdem führen diese Erkrankungen zu besonders langen Ausfallzeiten. Mit durchschnittlich 26 Krankheitstagen je Attest dauerten sie 2017 mehr als doppelt so lange wie eine durchschnittliche Krankschreibung.

Dekra
Psychischen Erkrankungen sind laut Swiss Life seit 2009 um satte 40 Prozent gestiegen. - Grafik: Statista

Zufriedene Arbeitnehmer sind viel gesünder

Dieser Entwicklung können Arbeitgeber unter anderem damit begegnen, dass sie verstärkt auf die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz achten. Denn nach den Ergebnissen des AOK-Fehlzeitenreports 2018 besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Sinnerleben und Gesundheit:

"Durchschnittlich 12,1 Tage haben die Befragten nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr krankheitsbedingt am Arbeitsplatz gefehlt. Passen der eigene Anspruch an das Sinnerleben im Beruf und die Wirklichkeit in der Wahrnehmung des Beschäftigten gut zueinander, berichten sie nur von 9,4 krankheitsbedingten Fehltagen. Unterscheiden sich Wunsch und Wirklichkeit stark voneinander, liegen die Zeiten mit 19,6 Fehltagen mehr als doppelt so hoch", heißt es vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in der Repräsentativbefragung von über 2.000 Erwerbstätigen.

Arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden

AOK Fehlzeitenreport
Erleben Beschäftigte ihre Arbeit als sinnstiftend, so wirkt sich das positiv auf ihre Gesundheit aus: Unter anderem haben sie deutlich weniger arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden. Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer Repräsentativbefragung von über 2.000 Erwerbstätigen. - Quelle: Badura, Ducki, Schröder, Klose, Meyer (Hrsg.). AOK Fehlzeiten-Report 2018. Sinn erleben – Arbeit und Gesundheit

DEKRA Industrie-Newsletter

Melden Sie sich jetzt an für den DEKRA Industrie-Newsletter und profitieren Sie von wichtigen Informationen zu Industrie, Großhandel & Baugewerbe!