Zwei Panzer im Einsatz,

Mehr als die Hälfte der Top-10-Rüstungsunternehmen kommt aus den USA. (Bild: ronstik - stock.adobe.com)

Ob Boeing, BAE Systems, Raytheon oder die neuen Player aus China: Sie alle gehören zu den größten Rüstungskonzernen der Welt, die derzeit viel zu tun haben müssten. Denn 2021 wurden weltweit Militärausgaben in Höhe von rund 2,1 Billionen US-Dollar genehmigt. Damit lagen die Ausgaben erstmals über der Zwei-Billionen-Dollar-Marke. Die Zahlen sind seit 2014 kontinuierlich gestiegen.

Die höchsten nationalen Militärausgaben hatten dabei die USA. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass US-Konzerne das Ranking der größten Rüstungskonzerne dominieren, darunter sind so bekannte Namen wie General Dynamics oder Northrop Grumman.

Unsere Rangliste, basierend auf der aktuellsten Auswertung des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), zeigt die zehn umsatzstärksten Rüstungsunternehmen der Welt im Jahr 2020:

Diese deutschen Rüstungsfirmen sind in den Top 100

Neben den vielen US-Konzernen in dem Ranking fällt noch eine weitere Sache auf: In den Top 10 findet sich kein Unternehmen aus der Europäischen Union. Airbus ist 2019 aus den Top 10 geflogen und landet im aktuellsten Ranking auf Platz 11 mit einem Umsatz von knapp zwölf Milliarden US-Dollar.

Diese drei deutschen Unternehmen sind in den Top 100 vertreten:

  • Rheinmetall klettert im Vergleich zum Vorjahr fünf Plätze nach oben und landet auf Platz 27 (Umsatz: 42 Milliarden US-Dollar).
  • Thyssenkrupp erreicht mit einem Umsatz von fast 20 Milliarden US-Dollar Platz 55.
  • Krauss-Maffei Wegmann ist das dritte deutsche Unternehmen: Platz 70 mit einem Umsatz von 14 Milliarden US-Dollar.

Mehr zu den deutschen Rüstungsunternehmen lesen Sie auch in diesem Artikel: Das sind die 10 größten deutschen Rüstungsunternehmen

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Die erstmalig erreichten 2,1 Billionen US-Dollar bedeuten einen Anstieg im 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1.960 Milliarden US-Dollar). "Trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die weltweiten Militärausgaben ein Rekordniveau erreicht", sagte Dr. Diego Lopes da Silva, leitender Forscher des SIPRI-Programms für Militärausgaben und Rüstungsproduktion, in einer Pressemitteilung. Das reale Wachstum habe sich aufgrund der Inflation verlangsamt. Nominal stiegen die Militärausgaben jedoch um 6,1 Prozent.

Infolge einer starken wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 sank die globale Militärlast - also der Anteil der Militärausgaben am weltweiten Bruttoinlandsprodukt - um 0,1 Prozentpunkte, von 2,3 Prozent (2020) auf nun 2,2 Prozent.

Von den mehr als zwei Billionen US-Dollar entfallen 62 Prozent der Ausgaben auf die fünf größten Geldgeber: die USA, China, Indien, Großbritannien und Russland.

Die Top-15-Länder mit den höchsten Militärausgaben sehen Sie in der Grafik:

Das sind die wichtigsten Entwicklungen in den einzelnen Ländern:

  • Die USA führen zwar das Ranking der Militärausgaben an, sie sind jedoch um 1,4 Prozent im Vergleich zu 2020 gesunken. Gestiegen sind die Mittel für militärische Forschung und Entwicklung und zwar um 24 Prozent zwischen 2012 und 2021. "Der Anstieg der F&E-Ausgaben im Jahrzehnt 2012-21 deutet darauf hin, dass sich die Vereinigten Staaten verstärkt auf Technologien der nächsten Generation konzentrieren", sagte Alexandra Marksteiner, Forscherin im SIPRI-Programm für Militärausgaben und Rüstungsproduktion. Die US-Regierung hat laut SIPRI wiederholt die Notwendigkeit betont, den technologischen Vorsprung des US-Militärs gegenüber strategischen Konkurrenten erhalten zu wollen.

  • Russland hat seine Militärausgaben im Jahr 2021 um 2,9 Prozent auf 65,9 Milliarden Dollar erhöht. Damit haben sich die Ausgaben im dritten Jahr in Folge erhöht."Die hohen Öl- und Gaseinnahmen haben Russland geholfen, seine Militärausgaben im Jahr 2021 zu erhöhen. Die russischen Militärausgaben waren zwischen 2016 und 2019 aufgrund der niedrigen Energiepreise in Verbindung mit den Sanktionen als Reaktion auf die Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 zurückgegangen", erklärte Lucie Béraud-Sudreau, Direktorin des SIPRI-Programms für Militärausgaben und Rüstungsproduktion.

Panzer
(Bild: tannujannu - stock.adobe.com)

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  • Chinas Militärausgaben sind in 27 aufeinanderfolgenden Jahren gestiegen. In Japan stiegen die Militärmittel 2021 um 7,3 Prozent auf 54,1 Milliarden US-Dollar - das war der höchste jährliche Anstieg seit 1972. Auch die australischen Militärausgaben steigen 2021: um 4,0 Prozent auf 31,8 Milliarden Dollar. "Chinas wachsende Selbstbehauptung im und um das süd- und ostchinesische Meer ist zu einer wichtigen Triebfeder für die Militärausgaben in Ländern wie Australien und Japan geworden", sagte SIPRI-Forschungsleiter Dr. Nan Tian.

  • Indiens Militärausgaben sind im vergangenen Jahr um 0,9 Prozent gegenüber 2020 und um 33 Prozent gegenüber 2012 gestiegen. Um die einheimische Rüstungsindustrie zu stärken, sind 64 Prozent der Investitionsausgaben im Militärhaushalt 2021 für den Erwerb von Waffen aus einheimischer Produktion vorgesehen.

Die 10 umsatzstärksten Rüstungsunternehmen der Welt

  1. Lockheed Martin: 58 Milliarden US-Dollar
  2. Raytheon Technologies: 36,8 Milliarden US-Dollar
  3. Boeing: 32,1 Milliarden US-Dollar
  4. Northrop Grumman: 30,4 Milliarden US-Dollar
  5. General Dynamics: 25,8 Milliarden US-Dollar
  6. BAE Systems: 24 Milliarden US-Dollar
  7. Norinco: 17,9 Milliarden US-Dollar
  8. AVIC: 17 Milliarden US-Dollar
  9. CETC: 14,6 Milliarden US-Dollar
  10. L3Harris Technologies: 14,2 Milliarden US-Dollar

(Quelle: SIPRI, Zahlen aus 2020)

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