Roboter T-Systems Digital Co-Innovation Labs

Gemeinsam mit Firmen aus der Fertigungsindustrie entwickelt das Digital Co-Innovation Labs Wege in die Smart Factory. - Bild: Software AG

Seit 2016 bündelt die Telekom ihre Innovationskraft in Berlin: Die Digital Co-Innovation Labs entwickeln gemeinsam mit Kunden Wege zur digitalen Fabrik. Das Konzept: interdisziplinäre Expertenteams arbeiten agil an den Herausforderungen der Auftraggeber. Wie auch an der Frage, wie sich vernetzte Anlagen über die Cloud steuern lassen – und zwar in Echtzeit. Denn, wenn sich komplette Maschinenparks live über die Cloud orchestrieren lassen sollen, kommt Latenz ins Spiel. Das heißt: Daten über die Cloud zu verarbeiten, dauert Zeit. Wer seine Maschinen digital fährt, muss also Reaktionszeit einrechnen. Die Folge: Sollen sich beispielsweise gegeneinander bewegliche Werkzeuge und Werkstücke über die Cloud steuern lassen, kann der Moment, den eine Berechnung dauert, bereits zu lang sein. Ein Schaden droht.

Digital Co-Innovation Labs Fischertechnik
Das Beispiel der Modellfabrik aus Fischertechnik verdeutlicht das praxisorientierte Konzept der Telekom-Innovationseinrichtung und den Nutzen, den Unternehmer so gewinnen. - Bild: T-Systems

Edge Computing: Intelligente Maschine entscheidet selbst

Die Lösung: Edge Computing. Hier rückt die Rechenleistung an die Maschine. Der Vorteil: Statt auf eine Entscheidung zu warten, die die smarte Fabrik in der Cloud berechnet, entscheidet die Maschine einfach selbst. Heißt praktisch: Zwar sendet die Fertigungsinsel ihre Daten wie gewohnt an die Cloud, um sie für übergreifende Analysen zu nutzen. Aber vor Ort reagiert die Anlage selbst, wann immer das nötig ist: Schlagen die Sensoren Alarm, stoppt das Produktionsgerät sofort – dank Edge Computing. "Edge Computing stellt in IoT-Architekturen eine zunehmend wichtige Rolle dar. Die Rechenleistung rückt näher an die Sensoren, verkürzt dadurch Latenz und sichert die Flexibilität bei neuen Szenarien", sagt Steffen Kuhn, Mitbegründer der Digital Co-Innovation Labs und Leiter des Digital Engineering Center der Telekom-Tochter Detecon.

Wie das in der Praxis ausschaut, zeigt die Technologie- und Managementberatung Detecon mit einer Fabrik aus Fischertechnik. Gemeinsam mit der Software AG wurde das Modell entwickelt: Mini-Fahrzeuge steuern eine Station an, Spielzeug-Greifer nehmen ihre Arbeit auf. Eine Anlage meldet, wann die Montage fertig ist. Über den Computer behalten Fabriklenker das große Ganze im Blick – ob Anlageneffektivität, Auslastung, Energieverbrauch oder Temperatur. Im Kleinen agieren Maschinen dann immer selbst, wenn es nötig ist.

Digital Co-Innovation Lab der Deutschen Telekom

Das Digital Co-Innovation Lab der Deutschen Telekom unterstützt Unternehmen bei ihrer Digitalisierung und Transformation hin zu Industrie 4.0. Die Bündelung von Innovations-, Beratungs- und Integrationskompetenzen beschleunigt den Prozess von der Ideenfindung über Prototypen zur skalierbaren Industrie 4.0 Lösung. Arbeitsschwerpunkte sind qualitätsdifferenzierte Echtzeitkommunikation, Datensicherheit, IoT Plattformen und Data Analytics. Demonstratoren und Showcases machen die Lösungen erlebbar.

Wir stellen unseren Leserinnen und Lesern die Arbeit des Digital Co-Innovation Labs in einer Serie vor. Im nächsten Artikeln geht es um das Cloud Robotics Lab und konkrete Kundenbeispiele.

Uwe Weber T-Systems
Uwe Weber: "Die Fabrik passt sich flexibel an – nicht nur, wenn eine einzelne Maschine rasch reagieren muss, sondern auch mit Blick auf die komplette Produktion." - Bild: T-Systems

Egal ob Modellfabrik oder reales Kundenszenario – das methodische Vorgehen der Digital Co-Innovation Labs bleibt immer gleich agil: Design Thinking-Workshops finden Ideen, die sich zu Prototypen formen und später serienreif ausrollen lassen – im Kleinen wie im Großen. Kunden profitieren, sind in alle Abläufe eingebunden und testen eigene Smart Factory-Szenarien Schritt für Schritt aus – dank digitaler Co-Innovation gemeinsam mit der Telekom.

Ressourcen und Maschinen flexibler einsetzen

Das Beispiel der Modellfabrik aus Fischertechnik verdeutlicht somit nicht nur das praxisorientierte Konzept der Telekom-Innovationseinrichtung, sondern auch den Nutzen, den Unternehmer so gewinnen. "Das Modell zeigt, welche Vorteile sich bieten, wenn Daten in alle Richtung fließen", sagt Uwe Weber, Managing Partner bei Detecon. "Die Fabrik passt sich flexibel an – nicht nur, wenn eine einzelne Maschine rasch reagieren muss, sondern auch mit Blick auf die komplette Produktion." Durchlaufzeiten lassen sich verkürzen, Ressourcen und Maschinen flexibler einsetzen und die Produktqualität steigern. Die smarte Fabrik lernt und organisiert sich selbst immer besser – ob in Realität oder im Modell.

Die Fabrik aus Fischertechnik steht in den Digital Co-Innovation Labs in Berlin und wird dort im Digital Engineering Center der Detecon unter der Leitung von Steffen Kuhn, gehostet und kontinuierlich weiterentwickelt.

Einladung: IoT Day – 18. Oktober 2017 in Frankfurt am Main

Rückenwind für Logistik, Produktion, Absatz und Service

Welche Geschäftschancen bietet das Internet der Dinge der Industrie? Die Antwort liefert der IoT Day von T-Systems Multimedia Solutions. Am 18. Oktober 2017 berichten Unternehmen, Fachexperten von T-Systems und Partner in Frankfurt am Main (Westhafen Pier 1), wie sich Daten aus Maschinen und Komponenten nutzen lassen, um beispielsweise Wartungsservices zu optimieren und gleichzeitig immer bessere Produkte zu fertigen. Darüber hinaus bietet der IoT Day einen ganzheitlichen, unternehmerischen Blick auf IoT-Potentiale in der Industrie – praxisorientiert und informativ.

Das Programm im Detail finden Sie hier. Sie können die Themen auswählen, die Sie am meisten interessieren. Melden Sie sich direkt an. Der Eintritt ist nach vorheriger Anmeldung kostenlos.