Hermle Produktion Gosheim

Die Mitarbeiter der Hermle AG dürfen sich über eine Erfolgsprämie freuen. - Bild: Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Die Hermle AG hat ihren Umsatz 2017 nach vorläufigen Berechnungen auf rund 402 Millionen Euro erhöht. Dieser lag im Vorjahr bei 394 Millionen Euro. Zuwächse erzielte der schwäbische Werkzeugmaschinenhersteller vor allem im Inland. 

Das erklärte das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Demnach hielt auch der Gewinn mit der Umsatzsteigerung Schritt, war jedoch 2017 durch Vorlaufkosten für zwei große Zukunftsprojekte gemindert.

Außerdem waren im Vorjahr hohe einmalige Ergebnisbeiträge aus Auslandsaufträgen vereinnahmt worden, die in dieser Berichtsperiode entfielen. Dennoch lag das Betriebsergebnis gemäß dem noch ungeprüften Jahresabschluss konzernweit mit rund 99 Millionen Euro nur geringfügig unter dem 2016er Vergleichswert von 99,8 Millionen Euro.

Davon profitieren nun die Aktionäre. Der Vorstand empfiehlt dem Aufsichtsrat, der Hauptversammlung am 4. Juli 2018 die Ausschüttung einer unveränderten Basisdividende von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vorzugsaktie sowie eines unveränderten Bonus von 12,00 Euro je Aktie plus eines einmaligen Zusatzbonus von 2,20 Euro je Aktie vorzuschlagen.

Damit würde sich die Ausschüttung je Vorzugsaktie auf 15,05 Euro erhöhen. Im Vorjahr waren es 12,85 Euro. Doch nicht nur die Aktionäre dürfen sich freuen.

Mitarbeiter erhalten Prämie

Hermle Mitarbeiter
Dürfen sich über eine Prämie von 4.500 Euro freuen: Die Mitarbeiter der Hermle AG. - Bild: Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Die hohe Kapazitätsauslastung und die planmäßige Umsetzung der beiden Zukunftsprojekte – Erweiterung eines Produktions­bereichs am Firmensitz bei laufendem Betrieb und Aufbau eines neuen Standorts im Nachbarlandkreis Rottweil – stellten laut Hermle hohe Anforderungen an die Mitarbeiter.

Als Anerkennung für die guten Leistungen sollen die Beschäftigten der Hermle AG im Anschluss an die Dividendenzahlung eine Erfolgsprämie von 4.500 Euro pro Mitarbeiter erhalten. Zum Stichtag 31. Dezember 2017 beschäftigte Hermle konzernweit 1.086 Personen, im Vorjahr waren es 1.018.

Die Nachfrage nach Hermle-Bearbeitungszentren und Automatisierungslösungen habe sich 2017 nach einem verhaltenen Jahresbeginn sehr dynamisch entwickelt, sodass die Kapazitäten des Unternehmens stark ausgelastet waren. Auch Digitalisierungsbausteine, die den Aufbau einer Industrie 4.0-Fertigung mit Hermle-Maschinen ermöglichen, sowie Dienstleistungen im Bereich generative Fertigung waren gefragt.

So erhöhte sich der Auftragseingang in der Berichtsperiode konzernweit auf rund 433 Millionen Euro (Vorjahr: 364,5 Millionen Euro). Sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland kamen mehr neue Bestellungen rein. Zum Jahresende stieg der Auftragsbestand des Hermle-Konzerns um gut ein Drittel auf rund 125 Millionen Euro (Vorjahr: 93,8 Millionen Euro).

Automatisierungslösungen stark gefragt

Mineralgussfertigung der Hermle AG
In Zimmern ob Rottweil befindet sich Mineralgussfertigung der Hermle AG. - Maschinenfabrik Berthold Hermle AG

Vor dem Hintergrund des wachsenden Bedarfs an Automatisierungslösungen übernahm die Hermle AG rückwirkend zum 1. Januar 2018 die restlichen 51 Prozent der Anteile der Hermle-Leibinger Systemtechnik (HLS) von den bisherigen Mitgesellschaftern.

Damit wird die HLS, an der Hermle bislang zu 49  Prozent beteiligt war, ab 2018 voll in den Konsolidierungskreis des Hermle-Konzerns einbezogen, was sich jedoch nicht wesentlich auf dessen Umsatz- und operative Ertragsentwicklung auswirken werde, wie es seitens Hermles heißt.

Die HLS ist auf individuelle Automatisierungslösungen spezialisiert, die auf Maschinen und Komponenten von Hermle aufsetzen und beschäftigt 85 Mitarbeiter. Durch die Komplettübernahme könne Hermle in diesem Bereich flexibler agieren. Für die Kunden komme es zu keinen Änderungen.

Ausführliche Zahlen zum Geschäftsjahr 2017 und eine Prognose für 2018 veröffentlicht Hermle Ende April 2018.