Schade! Da werden sich deutsche E-Auto-Fans sicher ärgern. Denn die Leistungsdaten des Denza 500, dem neuen Auto aus dem Joint Venture von Daimler und dem China-OEM BYD, klingen verlockend.

Eine neue Batterie und zusätzliche Gewichtsreduzierungen ermöglichen eine höhere Energieeffizienz und damit eine größere Reichweite von rund 500 Kilometern, wie Daimler mitteilte. Der Denza 500 wurde unter verschiedenen rauen Bedingungen getestet, einschließlich strenger Wintertests bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad; sollte also ein wintertaugliches E-Auto sein.

Auch in Sachen Connectivity soll der deutsch-chinesische Stromer ganz vorne mitfahren. Das Interieur ist im Vergleich zum Vorgänger-Modell mit einem größeren 9-Zoll-Touchscreen ausgestattet. Zu den erweiterten Konnektivitätsdiensten gehören Ladelösungen sowie die Denza-Smartphone-App. Über diese App, den WeChat-Account oder das Auto-Navigationssystem können Denza-Fahrer die über 112.000 Ladesäulen in China schnell finden. 

Das Denza Modell kombiniert laut Unternehmensangaben die Kompetenz von Daimler im Bereich Fahrzeugarchitektur und fortschrittlicher Sicherheitstechnik mit den Vorteilen führender Batterietechnologie von BYD. Toll! Doch davon haben nur chinesische Kunden was.

Denza nicht für deutsche Kunden gedacht

Ob der Denza hierzulande Erfolg hätte? Wir werden es wohl nie erfahren. Eine Markteinführung ist hierzulande nicht vorgesehen. Auf Nachfrage unserer Zeitung warum das so ist, erklärte der schwäbische Autobauer lediglich: Der Denza ist „Made for China, in China“.

Und in der Volksrepublik komme Shenzhen Denza New Energy Automotive Co., Ltd. (Denza Auto) – so der korrekte Name des Joint Ventures von Daimler und BYD – gut an. Die Marke erzielte 2017 laut Daimler ihr  bislang bestes Verkaufsergebnis: Das Absatzvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 85 Prozent und übertraf damit den Branchendurchschnitt, insbesondere bedingt durch die hohe Kundenakzeptanz des Vorgängermodells Denza 400, wie Daimler erklärt.

Das klingt erst mal richtig gut. Allerdings blieb der große Durchbruch für Denza bisher aus, wie ein Blick auf die absoluten Zahlen verrät. Mit weniger als 5.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2017 blieb der Marktanteil des Vorgängermodells Denza 400 bei 0,02 Prozent. Das meldet das Online-Portal carsalesbase.com. Zum Vergleich: Chinas E-Auto-Bestseller BAIC EC verkaufte sich im gleichen Zeitraum gut 78.000 Mal.

Vielleicht treibt der neue Denza 500 dank größerer Reichweite die Verkaufszahlen weiter nach oben. Für Daimler wäre das wichtig, muss doch der Autobauer dort die kürzlich eingeführte CO2-Quote erreichen.

Elektro-Offensive auch hier – aber ohne Denza

Auch in Deutschland wird Daimler eine Elektrooffensive starten – ohne den Denza. Bis 2022 sollen mehr als zehn neue Elektroautos in Serie gehen: Vom Smart bis zum großen SUV. Zehn Milliarden Euro fließen in den nächsten Jahren in den Ausbau der Elektroflotte.

Die neuen Elektrofahrzeuge wird das Unternehmen innerhalb des Produktionsnetzwerks von Mercedes-Benz Cars mit Standorten auf vier Kontinenten produzieren. Das erste EQ-Serienfahrzeug, der EQC, wird 2019 im Mercedes-Werk Bremen vom Band laufen.

Künftig werden außerdem im Werk Sindelfingen EQ-Modelle der Ober- und Luxusklasse gefertigt. Das Unternehmen geht davon aus, dass 2025 der Anteil der Elektromodelle am Gesamtabsatz von Mercedes-Benz zwischen 15 und 25 Prozent liegen wird.