Es begann mit den ersten Rentnern, die fröhlich klingelnd mit ihren E-Bikes auf den Radwegen der Republik an sich abstrampelnden Besitzern von Normalo-Drahteseln vorbeisausten. Daraus entstand eine Massenbewegung.

Die Räder mit elektrischer Zusatzpower wurden immer beliebter. Als Elektro-Mountainbike gelten sie sogar als hipp und cool. Mittlerweile sponsern sogar manche Unternehmen, wie beispielsweise Bosch, ihren Mitarbeitern E-Bikes als Ersatz oder gar zusätzlich zum Dienstwagen.

Das Geschäft mit den Pedelecs boomt. 2014 verkauften die verschiedenen Hersteller weltweit 31,7 Millionen E-Bikes. 2023 werden es rund 40,3 Millionen sein. So lautet die Prognose von Navigant Consulting. Wichtigster Markt ist laut dem Statistik-Dienstleister Statista China. Alleine in der Volksrepublik werden die Hersteller 2023 mehr als 34,3 Millionen E-Bikes absetzen. 2014 waren es dort 28,8 Millionen.

Claus Fleischer, Geschäftsleiter von Bosch eBike Systems, ist sehr optimistisch. Ende 2017 prognostizierte er: „Die Entwicklung des E-Bike-Markts ist rasant. Wir halten es für realistisch, dass in zehn Jahren jedes zweite neu verkaufte Fahrrad in europäischen Kernmärkten ein E-Bike ist.“ Aktuell sind in Deutschland knapp fünf Prozent der rund 73 Millionen Fahrräder im Bestand E-Bikes – der Anteil wächst stetig.

Vom Kuchen dieses Wachstumsmarkts wollen nicht nur traditionelle Fahrradhersteller ein Stück abhaben. Auch die Autobauer sind längst dabei, Fahrräder zu bauen. Viele von ihnen haben E-Bikes im Angebot oder zumindest schon mal einen E-Bike-Prototypen vorgestellt.

Video: Das ist Boschs E-Bike ABS

Viele Autobauer bieten E-Bikes an

Klar, mit einem E-Bike verdienen die Autobauer nicht so viel wie mit einem Auto. Ihre E-Bikes dienen wohl eher dem Image und der Markenbindung. Entsprechend ist der Markt durchzogen von Fahrrädern und E-Bikes, die die Bindung des Kunden auch über das Auto hinaus gewährleisten sollen.

Manche Hersteller leihen den Elektro-Rädern nur ihren Namen. Das ist beispielsweise beim Rotwild R.X45 AMG, bei dem der deutsche Radhersteller zuerst und AMG erst am Ende genannt wird, der Fall.

BMW geht einen etwas anderen Weg. Die Bayern entwerfen das Rahmendesign und wählen die Komponenten aus. Die Fertigung übernimmt ein Unternehmen aus der Fahrradindustrie.

2013 zeigte Skoda mit dem Green E Line ein erstes E-Bike mit einem 250 Watt-Hinterradnabenmotor. In der jetzt aktuellen Kollektion 2017/2018 wird das Nachfolgemodell angeboten, das einfach auf den Namen Skoda eBike hört.

Für das als Damen- und Herrenversion erhältliche E-Bike wählt Skoda Rahmen, einzelne Komponenten und das Design aus. Die Produktion erfolgt laut dem Portal elektrobike-online.com dann durch einen renommierten Lieferanten.

Das große Problem des Skoda Bikes: Es ist nur in Tschechien erhältlich. Es gibt laut Medienberichten allerdings Überlegungen das Rad auch in Deutschland auf den Markt zu bringen.

Video: Das erste E-Bike von BMW

Peugeot nutzt Technik von Bosch

Subaru, bekannt für seine Allradautos, baut auch Fahrräder. Mittlerweile haben die Räder aus der City-Reihe zwar immer noch keinen Allradantrieb, jedoch Unterstützung durch Shimano Steps-Motoren. Unter dem Namen Subaru E1 bietet das japanische Unternehmen nun ein E-Bike in einer Damen- sowie in einer Herrenvariante.

Auch Peugeot – ohnehin nicht nur Autobauer, sondern schon immer auch Fahrradhersteller – hat einige E-Bikes im Angebot. Zum diesjährigen Genfer Autosalon präsentieren die Franzosen nicht nur ein Allrad-Conceptcar, sondern passenderweise auch gleich ihr neues E-Mountainbike.

Cathal Loughnane, Manager des Peugeot Design Lab, erklärt: „Das neue eM02 FS Powertube baut auf dem Erfolg der E-Mountainbikes von Peugeot mit Bosch Lithium-Ionen-Batterien und Performance CX Motor auf.“  Und damit weist er auf eine Parallele zwischen Automobilbau und E-Bike-Industrie hin.

Automobilzulieferer kümmern sich um E-Bike-Antrieb

Brose E-Bike Antrieb
Brose ist eigentlich Zulieferer der Automobilindustrie, bietet aber auch Antriebe für E-Bikes, wie diesen hier, an. - Bild: Brose

Automobilzulieferer wie Bosch sind auch mit die wichtigsten Zulieferer von Antrieben für E-Bikes. Laut Statistik-Dienstleister Statista ist das schwäbische Unternehmen zumindest hierzulande marktdominierend.

 

Aber auch Brose mischt im Markt der E-Bike-Antriebe mit. Mit seiner langjährigen Erfahrung als einer der Marktführer für Elektromotoren in der Automobilindustrie bietet das Coburger Unternehmen Mittelmotoren für Pedelecs an.

Auf Basis eines millionenfach produzierten Lenkungsmotors für Autos entwickelten Brose Ingenieure ein Antriebssystem für Elektrofahrräder, das sich vollständig in den Fahrradrahmen integrieren lässt. Die Fahreigenschaften bleiben unverändert, die Tretunterstützung erfolgt nahezu geräuschlos und vibrationsfrei.

Auf der Eurobike 2017 präsentierte Brose seine neue Produktfamilie. Der Antriebs-Spezialist bietet unterschiedliche Motoren für E-Trekkingbikes, E-Mountainbikes und S-Pedelecs an.