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Automobilzulieferer sind bei Industrie 4.0 gegenüber den Maschinenbauern in der Vorreiterrolle (Bild: Bosch).

WEINHEIM (ots/ks). Mittelständische Fertigungsunternehmen in Deutschland schätzen die Relevanz selbststeuernder, dezentral vernetzter Produktionsprozesse für ihre Wettbewerbsfähigkeit sehr unterschiedlich ein: So halten 61% der Maschinen- und Anlagenbauer diesen Punkt für “eher uninteressant”. Bei Automotive-Unternehmen sind es dagegen nur 33%. Diese Diskrepanz förderte jüngst eine aktuelle Studie der Beratungsfirma Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag des IT-Anbieters Freudenberg IT zutage.

Automobilzulieferer als Industrie 4.0-Pioniere

Wie weit die Schere zwischen den Branchen auseinanderklafft, verdeutlicht ein weiteres Studienergebnis: Während im Maschinen- und Anlagenbau derzeit 9% aller Unternehmen Selbststeuerung und Vernetzung in ihrer Fertigung einsetzen, sind es im Automotive-Sektor bereits doppelt so viele. “Anders als im Maschinen- und Anlagenbau agieren mittelständische Fertiger in der Automobilindustrie meist als Zulieferer innerhalb engmaschig verzahnter Lieferketten. Viele von ihnen unterliegen daher einem hohen Innovationsdruck, der von den großen Abnehmern innerhalb der Supply Chain ausgeht”, kommentiert die PAC-Analystin Stefanie Naujoks. “Gerade Automobilzulieferer sind auf extrem flexible Fertigungsprozesse und deren intelligente Vernetzung angewiesen. Vollintegrierte Lagerprozesse sind in dieser Branche unumgänglich, da Systemkomponenten oftmals in definierter Reihenfolge zum jeweils festgelegten Zeitpunkt geliefert werden, damit sie beim Kunden ohne Zwischenlagerung weiterverbaut werden können”, ergänzt Thomas Ahlers, Mitglied der Geschäftsleitung bei Freudenberg IT.

Industrie 4.0: Praxis-Kongress und Award

Am 4. und 5.12.2013 findet der ‚1. Fachkongress Industrie 4.0: Von der Strategie zur Praxis‘ der Fachzeitung Produktion in Esslingen statt. Der Kongress zeigt, was heute in den Fabriken bereits Realität ist und von führenden Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette umgesetzt wird.

Zudem schreibt die Fachzeitung Produktion mit der Unternehmensberatung ROI den Industrie 4.0 Award aus, den ersten Wettbewerb für Industrie-Projekte aus, bei denen es um die Verknüpfung von Automatisierungs- und Produktionstechnik mit Informations- und Kommunikationstechnologien geht.

Auch beim Einsatz intelligenter Produktionsanlagen liegen Automotive-Unternehmen (80%) deutlich vor Anlagen- und Maschinenbauern (31%). Anlagenintelligenz gilt als Vorstufe zu Industrie 4.0 und ist unter anderem für automatische Wartungsanforderungen erforderlich oder für eigenständiges Abschalten von Maschinen, etwa bei einem anstehenden Ölwechsel. Einzig bei der Nutzung IT-basierter Fernwartungslösungen liegen Automotive (75%) und Maschinenbau (67%) relativ dicht beieinander.

Für die Untersuchung befragte PAC rund 140 IT-Entscheider und Produktionsleiter von deutschen Fertigungsunternehmen mit 250 bis 4.999 Mitarbeitern. Die befragten Fertiger stammen aus den Branchen Maschinen- und Anlagenbau (38%), Automotive (28%) sowie sonstige Fertigung (33%).