Donald Trump

Die USA haben gewählt: Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. - Bild: Gage Skidmore/Wikipedia/CC BY-SA 2.0

Ich habe alle Termine für heute gekappt, mein Platz ist jetzt in der Redaktion, um gemeinsam mit meinen Kollegen herauszufinden, wie die deutsche Industrie auf Trumps Wahlsieg reagiert. Die allgemeine Gemütslage zu beschreiben, ist nicht ganz einfach: Zwischen fatalistisch und zweckoptimistisch - wie Stefan Weinzierl, unser Chef vom Dienst Online, es in seiner unverkennbaren Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, ausdrückt.

Wir scheinen alle noch etwas benommen, tun uns schwer, das, was wir bis gestern Abend eigentlich ausgeschlossen haben, zu akzeptieren. Doch es ist Fakt: der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika heißt Donald Trump und er ist demokratisch legitimiert!

Wie gratuliert man einem Trump?

Claus Wilk Chefredakteur Fachzeitung Produktion
Claus Wilk, Chefredakteur Fachzeitung Produktion

'Wie gratuliert man einem Trump?‘ titelten die Kollegen von der 'Zeit' am 3. November. Ja wie? Wladimir Putin, dass wissen wir seit heute Morgen, weiß es. Er war der erste in einer Reihe von Claqueuren, die jetzt vielleicht Morgenluft wittern. Übrigens ein interessantes Szenario: eine neue us-russische Freundschaft und Westeuropa zwischendrin? Wer weiß? Nicht nur die weltpolitischen Konsequenzen, sehr, sehr viele Dinge gilt es jetzt neu zu bewerten.

Klar ist nur, wie unklar einem plötzlich alles Mögliche erscheint. Da verkündet Prof. Dudenhöfer das Ende des Elektroautos, da weisen Wirtschaftsverbände darauf hin, dass der Wirtschaftsprotektionismus, den Trump im Wahlkampf propagierte, für die ganze Welt katastrophal wäre. Gar 1000 Milliarden Dollar würde es kosten, wenn der Immobilienfürst Trump mit seinen Plänen ernst mache, sagen die Analysten von Boston Economics…und, und, und.

Sehr viele Dinge gilt es neu zu bewerten

Besser scheint es mir, sich jetzt noch nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Natürlich, die Verhältnisse in den USA werden sich ändern. Jurisdiktion, Exekutive und Legislative sind fest in den Hände der Republikaner. Aber wird deswegen die pure Unvernunft walten? Ich schließe mich hier den Zweckoptimisten an und werde diese Position erst verlassen, wenn das Gegenteil bewiesen ist.

Auch halte ich es für diesmal mit unserem bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Statt Trump zu verdammen, wünscht er ihm politische Weitsicht, ein glückliches Händchen und Gottes Segen. Da schließen wir uns ohne Vorbehalte an!

Ihr Claus Wilk
Chefredakteur Fachzeitung Produktion