Gedrucktes Metallteil

Wegen seiner Komplexität ist das Verfahren des Additive Manufacturing (AM) dem Anwender nicht immer auf den ersten Blick verständlich. Der AM Field Guide schafft Überblick.

| von Ragna Sonderleittner

Additive Manufacturing (AM) bietet eine Vielzahl von verschiedenen Fertigungsverfahren für verschiedene Materialien. Auch die Prozesse vor und nach dem Druck müssen gesehen werden. Wegen ihrer Komplexität sind diese dem Anwender nicht immer auf den ersten Blick verständlich. Aus diesem Grund hat die Messe Formnext in Zusammenarbeit mit Prof. Dr.-Ing. Steffen Ritter von der Hochschule Reutlingen bereits im Jahr 2018 den AM-Field-Guide herausgebracht. Er bietet einen ersten strukturierten Überblick über Verfahrensarten und grundlegende Fragestellungen für die Prozesskette.
Jetzt wird dieses Informationsangebot ergänzt um die neue Webseite AM Field Guide - ein Service der Formnext.

Fundiert, aber leicht verständlich

Die Seite gibt einen strukturierten Einblick in die komplexe und vielschichtige Welt der additiven Fertigung. Getrennt nach den Ausgangsstoffen Polymere, Metalle und weiteren Materialien werden die gängigsten, jeweils auf dem Markt angebotenen AM-Verfahren dargestellt und der Verfahrenskern beschrieben.

In einem ersten Abschnitt sind sechs Anwendungsfelder beschrieben, in denen sich AM wirtschaftlich sinnvoll einsetzen lässt: im Prototypenbau, im Modellbau, für Kleinserien, im Rahmen individualisierter Fertigungen, überall da, wo die besonderen Konstruktionsfreiheiten gefordert sind und schließlich in der In-Situ-Fertigung.

Vorbereitungs- und Nachbearbeitungsprozesse müssen auch verstanden werden

In der Praxis zeigt sich allerdings, dass der eigentliche additive Druckprozess nur einen kleinen Teil einer komplexen Prozesskette ausmacht und dass sich darüber hinaus ein weites Feld an Fragen zur Prozesskette ergeben kann.
Hier gibt die Seite eine wertvolle Orientierungshilfe zu grundsätzlichen Fragen:

  • Welches Material wird benötigt?
  • Geht es um Prototypen oder Serienbauteile?
  • Welche Stückzahlen werden benötigt?
  • Gibt es bereits ähnliche AM-Anwendungen?
  • Gibt es Dienstleister, die genau diese Leistung anbieten?
  • (Wie) muss die vorhandene Organisationsstruktur den AM-Erfordernissen angepasst werden?
  • Wie muss der Entwicklungsprozess an das AM-Verfahren angepasst werden?
  • Welche Prozesse gilt es für die Nachbearbeitungsphase zu berücksichtigen?

Überblick oder in die Tiefe gehen - beides geht

Für eine nähere Betrachtung sind alle Detailschritte der unterschiedlichen Verfahren während der Entwicklungsphase, der eigentlichen Produktionsphase und der Nachbearbeitungsphase aufgegliedert.
Und wer es dann noch genauer wissen möchte, findet in den Unterkapiteln zu den verschiedenen Materialgruppen alle Besonderheiten der jeweiligen Materialien und der sich daraus ergebenden Verfahren sehr anschaulich und leicht verständlich erklärt.

Gerüstet mit diesem Wissen lassen sich fundierte Entscheidungen über das passende Verfahren treffen, und auch ein Messebesuch auf der Formnext im November wird gut informiert bessere Ergebnisse liefern.

Laden Sie sich zudem den Kurzratgeber „AM Field Guide Compact“ als PDF herunter. Er bietet einen ersten strukturierten Überblick im Pocket-Format zum mitnehmen.

Die Messe Formnext findet statt!

Vom 10. bis 13. November 2020 findet in Frankfurt a.M. die Formnext statt – das Branchenhighlight der AM-Branche. Präsentiert werden neueste Technologien und Lösungen für die Integration von additiver Fertigung in die industrielle Produktion: Von Design- und Softwarelösungen über Werkstoffe, AM-Produktion, Qualitätssicherung, vor- und nachgelagerte Prozesse, Forschung & Entwicklung und Dienstleister.

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