Mensch-Roboter-Kooperation bei Audi: Im A4-Karosseriebau im Werk Ingolstadt arbeitet ein

Mensch-Roboter-Kooperation bei Audi: Im A4-Karosseriebau im Werk Ingolstadt arbeitet ein Kleberoboter Hand in Hand mit dem Menschen. Dort unterstützt er den Mitarbeiter beim Auftragen von Klebenähten. - Bild: Audi

Ein schutzzaunloser Roboter entlastet bei Audi in Ingolstadt die Mitarbeiter bei der Montage. Die Mensch-Roboter-Kooperation ist somit in der Serienfertigung umgesetzt.

Audi hat im Stammwerk Ingolstadt erstmals einen Roboter im Serieneinsatz, der Hand in Hand mit dem Menschen arbeitet – ohne Sicherheitsabsperrung und ideal angepasst an den Arbeitstakt des Mitarbeiters. Es ist die erste Mensch-Roboter-Kooperation im Volkswagen-Konzern, die in der Endmontage zum Einsatz kommt. Diese innovative Technologie erleichtert die Arbeit in der Fertigung und verbessert die Ergonomie.

Erste Mensch-Roboter-Kooperation im Volkswagen-Konzern

Für Audi-Produktionsvorstand Hubert Waltl eröffnen Mensch-Roboter-Kooperationen ganz neue Möglichkeiten: “Die zunehmende Vernetzung von Mensch und Maschine wird die Fabrik der Zukunft prägen. Sie gibt uns die Chance, anstrengende Routinetätigkeiten zu automatisieren und ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze zu optimieren.” Eine menschenleere Fabrik werde es aber auch zukünftig nicht geben. “Der Mensch wird weiterhin die Entscheidung über die Fertigungsvorgänge treffen. Unsere Mitarbeiter sind damit heute wie morgen der Schlüssel für eine zukunftsfähige, erfolgreiche Produktion.”

Große Erleichterung für die Mitarbeiter

Für die Mitarbeiter der A4/A5/Q5-Montage im Ingolstädter Audi-Werk bedeutet die direkte Kooperation zwischen Mensch und Roboter eine Erleichterung: Bislang mussten sie sich in Materialboxen beugen, um die Kühlmittelausgleichsbehälter zu greifen. Ein auf den ersten Blick einfacher Arbeitsschritt, der bei häufiger Wiederholung jedoch schnell zu Rückenbeschwerden führen kann. Diesen Arbeitsumfang übernimmt von jetzt an der Roboter, intern als ‘PART4you’ (Produktions Assistent reicht Teil) bezeichnet.

Roboter passt sich dem Takt des Menschen an

Er arbeitet mit den Audi Mitarbeitern Hand in Hand und ist mit einer Kamera sowie einem integrierten Saugnapf ausgestattet. Damit holt er Bauteile direkt aus den Ladungsträgern und reicht sie dem Mitarbeiter zur richtigen Zeit und in einer ergonomisch optimalen Position.

“In einer Produktion mit zunehmender Variantenvielfalt ist PART4you eine wichtige Unterstützung für den Mitarbeiter. Er wählt für ihn das korrekte Bauteil aus und hält es bereit. Somit sind weite Greifwege oder umständliches Bücken nicht mehr notwendig. Der Roboter wird zum Fertigungsassistenten, der sich dem Takt des Menschen anpasst – und nicht umgekehrt”, sagt Johann Hegel, Leiter Technologieentwicklung Montagen.

“Dank einer weichen Schutzhaut mit integrierter Sicherheits Sensorik besteht keine Gefahr für den Mitarbeiter”, erklärt Hegel. Weil PART4you die speziellen Sicherheitsvorgaben für kooperierende Robotersysteme erfüllt, hat das intelligente System das entsprechende Zertifikat der Berufsgenossenschaft erhalten.

Mit einem baugleichen Roboter, der mit einer Klebedüse statt mit einem Saugnapf ausgestattet ist, arbeiten die Ingolstädter Audi-Mitarbeiter im A4-Karosseriebau bereits seit 2013 zusammen – jedoch taktungebunden und ohne Anreichen eines Materials. Dort unterstützt der Roboter den Mitarbeiter beim Auftragen von Klebenähten. Statt den Kleber selbst auf die Karosserieteile aufzutragen, muss der Mitarbeiter diese nur noch bereitlegen und den Vorgang starten.

Audi plant bereits weitere Einsatzmöglichkeiten von Mensch Roboter Kooperationen, auch an den internationalen Produktionsstandorten.

Audi/Susanne Nördinger